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Facebooks größtes Skandal-Jahr | BR24

© picture alliance/chromorange

Symbolbild Facebook vs Datenschutz

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    Facebooks größtes Skandal-Jahr

    Für Facebook war 2018 das wohl schwierigste Jahr bislang. Mehrere Datenskandale machen dem Unternehmen zu schaffen, allen voran der um die Firma Cambridge Analytica.

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    Das Schema ist geübt und bekannt. Erst passiert etwas, dann entschuldigt sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mit salbungsvollen Worten und gelobt Besserung.

    So war das auch im März 2018. Gerade war bekannt geworden, dass sich die britische Analysefirma Cambridge Analytica Zugang zu Daten von 87 Millionen Nutzern verschaffen konnte. Erst hatte Facebook versucht, den Skandal kleinzureden, hat dann aber die Resonanz in den Medien unterschätzt. Da halfen alle Entschuldigungsarien nichts.

    "Das war ein großer Vertrauensbruch", erklärte Zuckerberg zerknirscht. "Ich bedaure das sehr. Unsere Aufgabe ist es, die Daten unserer Nutzer zu schützen. Wenn wir das nicht schaffen, haben wir es nicht verdient, den Menschen zu dienen." - Mark Zuckerberg

    Verärgerung in Washington

    US-Politiker aus beiden politischen Lagern reagierten irritiert bis verstört. Die Demokraten waren sauer wegen der Wahlkampfeinmischung durch Russland, die Republikaner sahen ihren Präsidenten Donald Trump in den sozialen Medien nicht richtig dargestellt. Bei einer Anhörung von Zuckerberg vor Politikern in Washington Ende April 2018 platzt dem republikanischen Senator John Kennedy der Kragen. "Ihre Geschäftsbedingungen sind nervig", erklärte er sichtlich gereizt.

    Auch wenn Experten die Relevanz der gestohlenen Daten für Cambridge Analytica wenige Wochen später relativierten - der Datenskandal markiert einen Wendepunkt für das Unternehmen mit seinen 30.000 Mitarbeitern. Und es folgten immer neue Datenpannen. Zum Beispiel im September: Da hatten Hacker einen Weg gefunden, 50 Millionen Datensätze abzugreifen. Und im Dezember musste das Unternehmen dann zugeben, dass für zwölf Tage unveröffentlichte Fotos von 6,8 Millionen Nutzern abgegriffen werden konnten.

    © picture alliance/Xinhua

    Kein gutes Jahr für Facebook CEO Mark Zuckerberg - Fallende Aktien, Datenskandale und Anhörungen vor dem Kongress (hier im April 2018)

    Aktionäre und Mitarbeiter gereizt

    Der Aktienkurs des Unternehmens war im Herbst um zeitweilig bis zu 20 Prozent eingebrochen. Roger McNamee gehörte zu den ersten Investoren in das soziale Netzwerk. Heute ist er ein scharfer Kritiker. Er glaubt, dass Facebook-Chef Zuckerberg bald die Loyalität seiner Mitarbeiter verlieren werde.

    "Ihre Bereitschaft, über bestimmte Dinge einfach hinwegzusehen, wird abnehmen. Wie zum Beispiel die mutmaßliche Rolle der Plattform bei den Vertreibung der Rohingya in Myanmar, bei der Wahleinmischung in den USA oder beim Brexit. All das ist den Mitarbeitern bisher leicht gefallen, weil der Aktienkurs nach oben ging wie eine Rakete." Roger McNamee

    Was die Tech-Unternehmen des Silicon Valley noch viel mehr fürchten als gefallene Aktienkurse ist die Einmischung von außen. Sprich: Gesetze, die die Politik im fernen Washington macht.

    "Man kann Facebook nicht vertrauen"

    Das Bild, das Facebook im Jahr 2018 abgegeben hat, fällt wenig schmeichelhaft aus. Viele Datenschützer fühlen sich in ihrem Urteil bestätigt - wie zum Beispiel Gennie Gebhardt von der Electronic Frontier Foundation in San Francisco: "Eine der wichtigsten Lehren aus dem Skandal um Cambridge Analytica ist doch, dass es den Nutzern vor Augen geführt hat, dass man Facebook eben nicht vertrauen kann. Wir brauchen Transparenz, Verantwortung und unabhängige Überprüfungen."

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    B5 Nachrichten

    Von
    • Marcus Schuler
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