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EZB-Präsident Draghi mit Festakt verabschiedet | BR24

© ARD/Ulla Herrmann

Den einen gilt er als Schrecken der Sparer, den anderen als Retter der Eurozone: Mario Draghi wurde nach acht Jahren an der Spitze der Europäischen Zentralbank feierlich verabschiedet. Ab November übernimmt Christine Lagarde offiziell die Nachfolge.

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EZB-Präsident Draghi mit Festakt verabschiedet

Den einen gilt er als Schrecken der Sparer, den anderen als Retter der Eurozone: Mario Draghi wurde nach acht Jahren an der Spitze der Europäischen Zentralbank feierlich verabschiedet. Ab November übernimmt Christine Lagarde offiziell die Nachfolge.

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Offiziell ist Christine Lagarde noch gar nicht im Amt, den Posten als Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) bekleidet sie erst zum ersten November. Doch die symbolische Amtsübergabe fand bereits an diesem Montag statt. Mit einem Festakt wurde der bisherige EZB-Chef Mario Draghi in Frankfurt verabschiedet.

Und das mit durchaus prominenten Gästen: Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel waren unter anderem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der italienische Staatschef Sergio Mattarella angereist. Merkel würdigte Draghi mit den Worten: "Du hast den Euro durch unruhige See navigiert."

Draghis Nullzinspolitik bei Sparern umstritten

Draghi hinterlässt als Erbe vor allem seine Nullzinspolitik. "Ich fühle mich wie jemand, der versucht hat, das Mandat bestmöglich zu erfüllen", sagte er bei seiner letzten Pressekonferenz als EZB-Präsident vergangene Woche. Lagarde hat bereits angekündigt, bei der ultralockeren Geldpolitik ihres Vorgängers bleiben zu wollen.

Vor allem in Deutschland wird diese Politik der Notenbank kritisch gesehen. "Jahrzehntelang haben wir Deutschlands Kindern beigebracht, dass Sparen sinnvoll ist, weil man für schlechte Zeiten in Krisen vorsorgen muss. Sie schleifen diese Kultur", kritisierte Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis im Sommer in einem offenen Brief an Draghi.

Draghi als Retter der Eurozone

Unvergessen dürfte Draghis bekanntestes Zitat bleiben: "Whatever it takes" - mit diesen Worten kündigte der EZB-Chef im Sommer 2012 an, alles zu tun, um den Euro zu retten. Und sogar viele seiner Kritiker erkennen heute an: Das Machtwort stabilisierte damals die Eurozone in einer ihrer dramatischsten Krisen.

Lagarde gilt als erfahrene Krisenmanagerin

Auch Christine Lagarde eilt der Ruf voraus, eine erfahrene Krisenmanagerin zu sein. Als Chefin des Internationalen Währungsfonds fiel die Griechenland-Krise in die Amtszeit der 63-Jährigen. Sie sei "keine supertolle Ökonomin", sagte Lagarde vor einigen Jahren in einem Interview, aber sie habe "genug gesunden Menschenverstand".

© BR

Die Europäische Zentralbank bekommt erstmals eine Chefin: Die Französin Christine Lagarde löst Mario Draghi zum 1. November ab. Mit einem Festakt in Frankfurt wird Draghis achtjährige Amtszeit gewürdigt.