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EZB lässt Leitzins auf Rekordtief von null Prozent | BR24

© BR/Ursula Mayer

Für die Banken ist es eine schlechte Nachricht: Die Europäische Zentralbank lässt ihren Leitzins auf einem Rekordtief von 0,0 Prozent. Auch der Einlagensatz von 0,5 Prozent bleibt unverändert. Die Bank will ihren Kurs aber überarbeiten.

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EZB lässt Leitzins auf Rekordtief von null Prozent

Für die Banken ist es eine schlechte Nachricht: Die Europäische Zentralbank lässt ihren Leitzins auf einem Rekordtief von 0,0 Prozent. Auch der Einlagensatz von 0,5 Prozent bleibt unverändert. Die Bank will ihren Kurs aber überarbeiten.

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Die Banken ächzen unter dem niedrigen Einlagensatz der Europäischen Zentralbank. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Heute hat die EZB bekannt gegeben, dass die Geldhäuser für geparktes Geld weiterhin 0,5 Prozent Zinsen zahlen müssen. Auch der Leitzins bleibt auf seinem Rekordtief von 0,0 Prozent. Zudem bestätigte der EZB-Rat die monatlichen Anleihenkäufe in Höhe von 20 Milliarden Euro.

Konjunktur soll angekurbelt werden

Mit dem billigen Geld versucht die EZB bereits seit Jahren, die Konjunktur im Europaraum anzukurbeln, mit dem Ziel, die Preise zu stabilisieren. Dauerhaft niedrige, oder auf breiter Front sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen.

Geldpolitische Strategie wird überarbeitet

Bereits im Dezember hatte die seit 1. November amtierende EZB-Präsidentin Christine Lagarde angekündigt, die geldpolitische Strategie der EZB zu überprüfen. "Wir werden jeden Stein umdrehen", so Lagarde bei der damaligen EZB-Ratssitzung. Heute gab die EZB den Startschuss für das Unterfangen. Im Zentrum dürfte das Inflationsziel von unter knapp zwei Prozent im Währungsraum stehen, welches schon seit Jahren verfehlt wird. Die Ergebnisse sollen bis Ende dieses Jahres vorliegen. Ihre geldpolitische Strategie hatte die Bank vor 17 Jahren zuletzt überarbeitet.

Banken und Sparer leiden unter Zinstief

Die Banken leiden unter der Zinspolitik der EZB. Das wirkt sich auch negativ auf die Kunden aus. Sparbücher und Tagesgeldkonten werfen inzwischen so gut wie keine Zinsen mehr ab. Bankkunden mit hohen Einlagen müssen sogar mit sogenannten Strafzinsen rechnen. Zudem steigen die Kosten für Girokonten. Nur Kreditnehmer profitieren von den vergleichsweise günstigen Konditionen.

Kritik aus Deutschland

Vor allem in Deutschland war Lagardes Vorgänger Mario Draghi mit seinem Kurs angeeckt. Lagarde versprach Aufklärung. "Wir werden offen, transparent und zugänglich sein. Wir werden versuchen, eine Sprache zu sprechen, die jeder versteht. Und wir werden zuhören und ein offenes Ohr für die Sorgen und Bedenken der Bürgerinnen und Bürger haben", versprach die EZB-Chefin vergangene Woche beim Neujahrsempfang der Stadt Frankfurt am Main. Welche konkreten Folgen das für Banken und deren Kunden haben wird, ist aber unklar.