BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

EZB ermahnt Banken wegen drohender Kreditausfälle | BR24

© Felix Lincke/BR

EZB ermahnt Banken in der Coronakrise

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

EZB ermahnt Banken wegen drohender Kreditausfälle

Wegen der Corona-Krise werden viele Firmeninsolvenzen und Kreditausfälle befürchtet. Die Europäische Zentralbank ermahnt deshalb die kreditgebenden Banken, vorerst auf Dividenden für Aktionäre, Boni für die Manager und Aktienrückkäufe zu verzichten.

2
Per Mail sharen

Die Banken werden ihr eigenes Geld in der Corona-Krise womöglich noch sehr gut gebrauchen können. Das ist die Einschätzung der Europäischen Bankenaufsicht bei der EZB. Sollte es zu einer Pleitewelle kommen und zahlreiche Kredite platzen, müssen die Geldinstitute ihre Risikovorsorge drastisch erhöhen. Dafür steht nach Ansicht der EZB ausreichend Kapital zur Verfügung nach den zahlreichen Liquiditätshilfen durch die Notenbank, die auch noch weitergehen. Der Finanzsektor hat sich mit dem vielen Zentralbankgeld wie ein Schwamm vollgesaugt und ist dadurch krisenfest geworden.

Erstmals Einfrieren der Gehälter gefordert

Dennoch hat die Europäische Bankenaufsicht den geforderten Dividenden-Stopp um drei Monate bis 1. Januar verlängert. Dasselbe gilt für den teuren Rückkauf eigener Aktien, mit dem börsennotierte Unternehmen häufig ihre Kurse aufbessern. Erstmals verlangt die Aufsicht, die Gehälter der Bankmanager weitgehend einzufrieren. Bei den berüchtigten Bonuszahlungen, die in die variable Vergütung einfließen, rät die EZB zu "extremer Zurückhaltung".

Bei Nichtbefolgen härtere Prüfungen für Banken

Darin ist eine Verschärfung der bisherigen Maßnahmen zu sehen. Banken, die sich nicht an den Rat der Aufsicht halten, drohen härtere Prüfungen und Einschränkungen am Kapitalmarkt. Vorschläge der EZB werden daher meistens befolgt, auch wenn sie rechtlich nicht immer verbindlich sind.