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Im Bilanzskandal bei Wirecard ist der bisherige Vorstandschef Markus Braun verhaftet worden. Er wird verdächtigt, Bilanzen gefälscht und Kurse manipuliert zu haben. Wie Staatsanwaltschaft mitteilte, könnten aber weitere Vorwürfe dazukommen.

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Staatsanwaltschaft lässt Ex-Wirecard-Chef Braun festnehmen

Im Bilanzskandal bei Wirecard ist der bisherige Vorstandschef Markus Braun verhaftet worden. Noch ist der Umfang der Vorwürfe nicht geklärt. Im Mittelpunkt steht aber der Verdacht, er könnte Bilanzen gefälscht und Kurse manipuliert haben.

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Von
  • Margit Siller
  • Stephan Lina
  • Dirk Vilsmeier

Die Staatsanwaltschaft München 1 hat bereits gestern früh einen Haftbefehl gegen Markus Braun, den früheren Vorstandsvorsitzenden von Wirecard, beantragt. Braun hat sich daraufhin noch gestern Abend bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Dafür sei er aus Wien angereist, nachdem er von dem Haftbefehl erfahren habe. Braun soll heute noch im Laufe des Tages der Ermittlungsrichterin vorgeführt werden, die darüber entscheidet, ob Braun in Untersuchungshaft muss.

Für die Staatsanwaltschaft habe sich über das Wochenende der Verdacht erhärtet, wie es auf einer Pressekonferenz am Mittag hieß, dass Braun Anleger getäuscht und die Bilanz von Wirecard über Jahre hinweg künstlich aufgebläht haben könnte. Ziel könnte es gewesen sein, den Unternehmenswert dadurch nach oben zu treiben.

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Anne Leiding, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, gibt in einem Pressestatement den aktuellen Stand bei den Wirecard-Ermitttlungen bekannt. Auch dass Markus Braun seine Mitarbeit zugesagt habe.

Braun manipulierte möglicherweise Bilanz und Umsätze bei Wirecard

In einer Mitteilung hatte es zuvor geheißen, ihm werde zur Last gelegt, möglicherweise auch zusammen mit anderen Tätern über die umstrittenen Drittpartnergeschäfte, die Bilanzsumme und auch die Umsätze des Zahlungsabwicklers durch vorgetäuschte Einnahmen aufgebläht zu haben. Im Mittelpunkt stehen dabei angebliche Bankguthaben auf philippinischen Treuhandkonten.

Die Ermittlungen stünden aber, so die Staatsanwaltschaft in der Pressekonferenz, erst am Anfang. Weitere Vorwürfe könnten hinzukommen. Den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge hat Braun seine Mitarbeit bei der Aufklärung der Vorwürfe zugesagt.

Milliarden auf Treuhandkonten gab es vermutlich gar nicht

In der Nacht von Sonntag auf Montag hatte der Vorstand erklärt, dass es diese Bankguthaben vermutlich gar nicht gibt. Markus Braun steht damit nun unter dem Verdacht der unrichtigen Darstellung in Tateinheit mit Marktmanipulation in mehreren Fällen.

Fluchtgefahr könnte zu U-Haft führen

Markus Braun ist Österreicher, dort lebt auch seine Familie. In einem Strafprozess vor gut acht Jahren, der in München auch als "Börsenzockerprozess" für zweifelhafte Furore sorgte, wurde die U-Haft gegen einen der Angeklagten damals auch damit begründet, dass wegen seines Wohnsitzes in Österreich Flucht- und Verdunkelungsgefahr gegeben sei.

Es bleibt abzuwarten, ob die Justiz dies auch bei Markus Braun so sieht.

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