Zurück zur Startseite
Wirtschaft
Zurück zur Startseite
Wirtschaft

Griechenland: Ex-Siemens-Chef zu 15 Jahren Haft verurteilt | BR24

© ARD/Karin Senz

Mehr als 20 Jahre ist die Schmiergeldaffäre her - nun hat ein griechisches Gericht den ehemaligen Siemens-Chef Heinrich von Pierer und weitere Mitarbeiter zu Haftstrafen verurteilt. Von Pierer kritisiert das Urteil scharf und will in Berufung gehen.

6
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Griechenland: Ex-Siemens-Chef zu 15 Jahren Haft verurteilt

Mehr als 20 Jahre ist die Schmiergeldaffäre her - nun hat ein griechisches Gericht den ehemaligen Siemens-Chef Heinrich von Pierer und weitere Mitarbeiter zu Haftstrafen verurteilt. Von Pierer kritisiert das Urteil scharf und will in Berufung gehen.

6
Per Mail sharen
Teilen

Mehrere frühere Siemens-Manager und -Mitarbeiter sind in Griechenland wegen einer 20 Jahre alten Schmiergeldaffäre zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Unter ihnen ist auch der ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer. Laut dem staatlichen Rundfunk in Griechenland verhängte das Gericht eine Haftstrafe von 15 Jahren gegen von Pierer.

Das Mammutverfahren hatte sich über drei Jahre hingezogen. Es ging dabei um Schmiergelder, die Mitarbeiter von Siemens nach 1997 an Entscheidungsträger in Griechenland gezahlt haben sollen. Sie hatten sich davon Aufträge zur Digitalisierung des griechischen Telefonnetzes erhofft, so der Vorwurf.

Von Pierer kritisiert: Verstoß gegen rechtsstaatliche Prinzipien

Der Fall dürfte nach dem Urteil nun in die nächste Instanz gehen. Die Verteidiger kündigten an, in Berufung zu gehen. In einer Stellungnahme teilte von Pierer mit: "Wir werden außerdem beantragen, dass das Urteil in Deutschland nicht vollzogen wird, weil es gegen elementare rechtsstaatliche Prinzipien verstößt."

Das Verfahren in Athen habe sich zu einem großen Teil auf Unterlagen aus einem Ermittlungsverfahren in Deutschland gestützt. Diese Ermittlungen der deutschen Staatsanwaltschaft hätten aber keinen strafrechtlichen Vorwurf gegen ihn ergeben. Auch die Staatsanwaltschaft in Griechenland habe zwischenzeitlich einen Freispruch beantragt. Das Urteil nun sei deshalb "völlig überraschend", so von Pierer.

Haftstrafen gegen weitere Siemens-Mitarbeiter

Insgesamt wurden neben dem Ex-Manager noch 21 weitere ehemalige Mitarbeiter von Siemens und des früheren staatlichen griechischen Telekommunikationsunternehmens OTE verurteilt. Die Haftstrafen reichen dabei von sechs bis 15 Jahren. Auch der frühere Vorstand Thomas Ganswindt erhielt 13 Jahre.

Unklar ist bislang, ob von griechischer Seite internationale Haftbefehle gegen die Verurteilten verhängt werden. Sollte es dazu kommen, gilt es als unwahrscheinlich, dass Deutschland die Betroffenen ausliefern würde.

Das Verfahren richtete sich nicht explizit gegen Siemens, sondern gegen einzelne Mitarbeiter. Der Konzern selbst hatte sich bereits 2012 mit der griechischen Regierung auf einen Vergleich geeinigt.