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Ex-Audi-Chef Stadler: Haftentlassung erst nach hoher Kaution | BR24

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Die Untersuchungshaft des ehemaligen Audi-Chefs Rupert Stadler hatte großes Aufsehen erregt. Nun ist der Haftbefehl gegen Auflagen außer Kraft gesetzt worden.

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Ex-Audi-Chef Stadler: Haftentlassung erst nach hoher Kaution

Ex-Audi-Chef Rupert Stadler kommt aus der U-Haft frei. Der exakte Entlassungstermin hängt allerdings davon ab, wann Stadler die Kaution stellen wird. Diese ist laut Oberlandesgericht "empfindlich hoch". Von Audi gibt es keinen Kommentar.

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Wie das Oberlandesgericht München heute mitteilte, wird der Haftbefehl gegen Rupert Stadler außer Vollzug gesetzt, allerdings unter Auflagen: So muss Stadler eine Kaution hinterlegen und darf keinen Kontakt zu Personen aufnehmen, die für das Ermittlungsverfahren gegen ihn relevant sind.

Keine Angaben zur Höhe der Kaution

Wie die Sprecherin des Oberlandesgericht München, Barbara Stockinger, heute gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärte, sei die Kaution "empfindlich hoch". Eine exakte Summe nenne das Gericht nicht, weil "sonst Rückschlüsse auf die Vermögensverhältnisse gezogen werden könnten". Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Audi AG saß seit Mitte Juni wegen Verdunklungsgefahr in Augsburg in Untersuchungshaft.

Audi: Kein Kommentar

Die Audi AG will die Haftentlassung ihres langjährigen CEOs nicht kommentieren. Das erklärte soeben eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks.

Gericht legte Stadler Kontaktverbot auf

Der zuständige zweite Strafsenat des Oberlandesgerichts geht in seiner Entscheidung davon aus, dass gegen Stadler weiterhin ein dringender Tatverdacht besteht und auch der Haftgrund der Verdunklungsgefahr fortbesteht. Dennoch hält es der Senat jedoch für vertret- und verantwortbar, die Untersuchungshaft außer Vollzug zu setzen, allerdings unter Auflagen: Stadler darf keinen Kontakt aufnehmen zu allen für das Ermittlungsverfahren relevanten Personen. Zur Durchsetzung des Kontaktverbots hat Stadler eine Kaution zu hinterlegen.

Das im Juni eingeleitete Ermittlungsverfahren gegen Stadler läuft damit weiter. Die Ankläger ermitteln gegen ihn wegen Betrugs sowie mittelbarer Falschbeurkundung.

Tatverdacht besteht weiterhin

Stadler gilt weiterhin als dringend verdächtig, nach Aufdeckung der Abgasbetrügereien 2015 in den USA den Verkauf von Dieselfahrzeuge mit manipulierter Software zugelassen zu haben, obwohl er von den Manipulationen gewusst oder bewusst die Augen davor verschlossen haben soll.

Die Untersuchungshaft hatte das Landgericht Mitte Juni angeordnet, weil Stadler bei einem abgehörten Telefonat laut darüber nachgedacht haben soll, einen Zeugen zu beeinflussen. Eine erste Haftbeschwerde von Mitte Juli war erfolglos. Stadler, der Audi seit 2007 gut elf Jahre lang geleitet hatte, war Anfang Oktober 2018 als VW-Vorstand und Audi-Chef entlassen worden.

Bereits Mitte Juni hatten ihn die Aufsichtsräte von seinen Aufgaben entbunden, damals noch mit der Einschränkung "bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat". Seither leitet Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot das Unternehmen als kommissarischer Vorstandschef.