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EU untersagt Fusion von Siemens und Alstom | BR24

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Die EU-Wettbewerbshüter haben die geplante Bahn-Fusion von Siemens und Alstom verboten. Der Zusammenschluss würde den Wettbewerb einschränken, teilte die EU-Kommission mit. Das sagen Siemens und Alstom zur Entscheidung:

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EU untersagt Fusion von Siemens und Alstom

Die EU-Wettbewerbshüter haben die geplante Bahn-Fusion von Siemens und Alstom verboten. Der Zusammenschluss würde den Wettbewerb einschränken, teilte die EU-Kommission mit. Das sagen Siemens und Alstom zur Entscheidung:

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Durch die Fusion wollten der ICE-Hersteller Siemens und der TGV-Bauer Alstom ihre Bahnsparten in Europa stärken und auch gegen die Konkurrenz aus China rüsten. Denn der weltweit größte Konkurrent ist ein Riese der Superlative: Railway Rolling Stock Corp (CRRC), der staatsfinanzierte Bahnkonzern aus China. Der Umsatz liegt etwa doppelt so hoch, wie eine Siemens-Alstom-Fusion gebracht hätte.

"Wir nehmen die Entscheidung der Kommission zur Kenntnis, die einen Schlusspunkt hinter ein europäisches Leuchtturmprojekt setzt. Während sie nicht unerwartet kommt, zeigt sie doch deutlich, dass Europa dringend eine Strukturreform benötigt, um wirtschaftlich in einer global vernetzten Welt in Zukunft bestehen zu können." Joe Kaeser, Siemens-Chef

Siemens und Alstom haben sich in einer gemeinsamen Stellungnahme enttäuscht gezeigt. Darin heißt es:

"Siemens und Alstom sind davon überzeugt, dass die Transaktion einen erheblichen Mehrwert für den globalen Mobilitätssektor, die europäische Bahnindustrie, Kunden, Reisende und Pendler geschaffen hätte, ohne den europäischen Wettbewerb zu beeinträchtigen." Gemeinsame Stellungnahme von Alstom und Siemens

EU-Befürchtungen um fairen Wettbewerb überwiegen

Die EU-Kommission befürchtet hingegen: Mit einem neuen Bahnunternehmen aus Siemens und Alstom könne ein Gigant entstehen - zu groß für den europäischen Wettbewerb. Denn ein Fusionsunternehmen von Alstom und Siemens hätte auf dem europäischen Markt einen Anteil von 50%.

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Ein Fusionsunternehmen aus Alstom und Siemens hätte gegenüber der Konkurrenz in Europa eine große Marktmacht bekommen.

Der Zusammenschluss könnte sich negativ auf den Binnenwettbewerb in Europa und letztlich auch auf die Verbraucher auswirken. Das sah unter anderem die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager so. Um die Befürchtungen zu zerstreuen hatte Siemens bereits Zugeständnisse gemacht, etwa mit dem Angebot, Bereiche aus der Signaltechnik zu verkaufen. Das hat der Kommission aber offenbar nicht ausgereicht.

Bayern hätte wohl als Fertigungsland profitiert

Allein hierzulande hat die Bahntechnik-Sparte von Siemens nach Firmenangaben rund 11.000 Beschäftigte. Die Hälfte davon arbeitet an den bayerischen Standorten Erlangen, Nürnberg und München. Aus Franken kommt unter anderem Antriebstechnik, die dann in Krefeld und Wien bei der Endmontage in Züge verbaut wird. Die Bahnsparte „Siemens Mobility“ und damit auch Bayern-Standorte von Siemens hätten wohl von einer Fusion profitiert.

Berlin und Paris waren für Siemens-Alstom-Fusion

Die Regierungen in Berlin und Paris haben die Fusion immer unterstützt und den "Airbus der Schiene" befürwortet - insbesondere mit Blick auf die wachsende Konkurrenz aus China. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte sich vor der Entscheidung der EU-Kommission über die Fusion der Bahnsparten von Siemens und Alstom für eine Reform des europäischen Wettbewerbsrechts ausgesprochen.

Sendung

B5 Wirtschaft und Börse

Autor
  • Johannes Lenz
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