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EU und Staatenbund Mercosur einigen sich auf Freihandelsvertrag | BR24

© BR / Holger Romann

Die EU und der südamerikanische Staatenbund Mercosur wollen die größte Freihandelszone der Welt aufbauen. Die jahrelangen Verhandlungen darüber sind jetzt abgeschlossen. Allein vier Milliarden Euro an Zollabgaben sollen so jährlich wegfallen.

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EU und Staatenbund Mercosur einigen sich auf Freihandelsvertrag

Die EU und der südamerikanische Staatenbund Mercosur wollen die größte Freihandelszone der Welt aufbauen. Die jahrelangen Verhandlungen darüber sind jetzt abgeschlossen. Allein vier Milliarden Euro an Zollabgaben sollen so jährlich wegfallen.

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Von einem "historischen Moment" schwärmt der scheidende Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf Twitter. Und Handelskommissarin Cecilia Malmström unterstreicht: Die Einigung bringe "Europa und Südamerika enger zusammen" und schaffe für Geschäftsleute und Arbeitnehmer in der EU "enorme Möglichkeiten".

Größte Freihandelszone der Welt

Gemeinsam wollen die Europäische Union und der südamerikanische Staatenbund Mercosur die größte Freihandelszone der Welt aufbauen. Größer noch als JEFTA, das Abkommen der EU mit Japan, das seit dem 1. Februar in Kraft ist.

Rund 20 Jahre haben die Verhandlungen gedauert, zuletzt drohten sie wegen Unstimmigkeiten mit dem neuen brasilianischen Staatschef Bolsonaro zu scheitern.

Zollabgaben in Höhe von vier Milliarden Euro entfallen

Ziel ist der Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen, um den wechselseitigen Warenaustausch zu stärken und der Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks Kosten in Milliardenhöhe zu ersparen.

Allein vier Milliarden Euro an Zollgebühren würden nach EU-Angaben jedes Jahr wegfallen – vier Mal mehr als im Handel mit Japan. Durch den Vertrag entstünde ein Markt von 780 Millionen Menschen.

260 Millionen Menschen in Südamerika gehören zum Mercosur

Der Mercosur ist mit einer Bevölkerung von mehr als 260 Millionen Menschen einer der großen Wirtschaftsräume der Welt. Er umfasst die Länder Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Die Exporte europäischer Unternehmen in die vier Staaten beliefen sich im vergangenen Jahr auf rund 45 Milliarden Euro, in die andere Richtung lagen die Ausfuhren nur knapp darunter.

Einigung soll auf G20-Gipfel verkündet werden

Die politische Einigung über das Abkommen, die auf dem G20-Gipfel in Osaka offiziell verkündet werden soll, ist auch eine Botschaft an US-Präsident Trump und dessen protektionistische "America-First"-Politik. In Zeiten internationaler Spannungen, so Kommissionschef Juncker, sendeten die EU und ihre künftigen Partner ein starkes Signal für einen regel-basierten Welthandel.