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Erneute Debatte über saubere Luft in der Kabine | BR24

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Bildrechte: picture alliance / Sven Simon

Für die Fluggesellschaften ist es in der Corona-Krise eine Überlebensfrage. Sie müssen die Passagiere überzeugen, dass das Reisen im Flieger sicher ist, auch wenn Sicherheitsabstände nicht angehalten werden. Ein Argument: Die saubere Luft an Bord.

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Erneute Debatte über saubere Luft in der Kabine

Für die Fluggesellschaften ist es in der Corona-Krise eine Überlebensfrage. Sie müssen die Passagiere überzeugen, dass das Reisen im Flieger sicher ist, auch wenn Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden. Ein Argument: Die saubere Luft an Bord.

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Von
  • Stephan Lina

Fluggesellschaften versichern gerne, dass in ihren Kabinen die Luft sauber ist. Sie argumentieren mit starken Filtern und einem regelmäßigen Luftaustausch. Nun aber droht der Branche eine weitere Debatte um die Luftqualität. Es geht um giftige Rückstände aus den Motoren der Jets.

Probleme wegen der Zapfluft

Es kommt nicht häufig vor, doch immer wieder sorgen Berichte über nahezu ohnmächtige Piloten oder Stewardessen und Passagiere mit Schwindelgefühlen, Kopfschmerzen und Übelkeit für Aufsehen in der Luftfahrtbranche. Mediziner und Gewerkschaften führen diese Erscheinungen auf Vergiftungen aus der Bordluft zurück. Der Hintergrund ist konstruktionsbedingt. Bei vielen Passagiermaschinen atmen die Menschen in Kabine und Cockpit sogenannte Zapfluft ein. Deren – sehr vereinfacht gesagt – Trichter sitzen in den Triebwerken, direkt am Motor. Deshalb können so zum Beispiel Rückstände von Hydrauliköl in die Luft gelangen, die dann zu einem latent toxischen Gemisch wird.

Probleme seit den 50er Jahren bekannt

Dennoch haben Fluggesellschaften und Hersteller bei Fragen nach etwaigen Gesundheitsrisiken lange abgewiegelt und auch entsprechende Regulierungen verhindert. Nun will die EU im September offenbar erstmals eine Norm zu sauberer Kabinenluft vorstellen, um die seit Jahren gerungen wird. Wie es in Brüssel heißt, haben sich dabei die Hersteller und Airlines durchgesetzt. So soll es wohl keine Vorschriften für Neukonstruktionen und wirklich sichere Ansauganlagen geben, sondern allenfalls Empfehlungen, heißt es aus Verhandlungskreisen.

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