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Equal Pay Day: Frauen verdienen weniger als Männer | BR24

© BR/Julia Müller

Equal Pay Day - Frauen verdienen nach wie vor weniger als Männer

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Equal Pay Day: Frauen verdienen weniger als Männer

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen bleibt. Würden Frauen den gleichen Lohn wie Männer bekommen, hätten sie dieses Jahr in Deutschland 77 Tage umsonst gearbeitet. Heute, am Equal Pay Day, endet symbolisch die "unbezahlte" Zeit.

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Der Equal Pay Day soll international auf den Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen aufmerksam machen, den Gender Pay Gap. Jedes Jahr wird ausgerechnet, bis zu welchem Datum Frauen theoretisch unbezahlt arbeiten, wäre ihr Stundenlohn so hoch wie der eines Mannes. In Deutschland wird der Aktionstag seit 2008 durchgeführt. Laut Statistischem Bundesamt hält sich die Lohnlücke bei 21 Prozent.

Der bereinigte Gender Pay Gap

Einige strukturelle Unterschiede werden in diesen 21 Prozent allerdings nicht berücksichtigt: Frauen arbeiten oft in Berufen mit niedrigeren Gehältern, wie beispielsweise in der Pflege. Außerdem pausieren Frauen häufiger familienbedingt oder arbeiten in Teilzeit. Ebenfalls unberücksichtigt bei dieser Berechnung der Lohnlücke ist, dass weniger Frauen als Männer in Führungspositionen arbeiten. Sowohl bei der Karriere als auch bei den Gehältern hinken Frauen den Männern hinterher. Berücksichtigt man diese Faktoren, erhält man einen bereinigten Gender Pay Gap von ungefähr 6 Prozent.

Nach wie vor haben Frauen auf dem Arbeitsmarkt also Nachteile, auch wenn diese nicht ausschließlich auf Lohnungleichheit für die gleiche Tätigkeit zurückzuführen sind. Vielmehr sind es strukturelle Herausforderungen, die Frauen im Beruf im Weg stehen.

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Heute ist Equal Pay Day (18.3.), bis zum heutigen Tag arbeiten Frauen umsonst, so die Initiatoren. Wie kommt das? # fragBR24

Familienfreundliche Unternehmen bieten flexible Arbeitszeiten

Das weiß auch Emilia Lewicka, die in einer Führungsposition beim Unternehmen "Gebrüder Peters" in Ingolstadt arbeitet. Sie und ihr Mann sind Eltern von Zwillingen, die noch in den Kindergarten gehen. Beide arbeiten in Führungspositionen – und zwar Vollzeit. Möglich gemacht wird ihnen das durch ihre Arbeitgeber, die ein flexibles Arbeitszeitmodell anbieten. Trotzdem ist Emilia Lewicka in ihrem Freundeskreis fast die einzige, die eine solche Flexibilität genießt. Ihre Freundinnen haben feste Arbeitszeiten, schon ein kurzfristiger Arzttermin ist für manche Arbeitgeber ein Problem.

Bayern will Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern

Bisher haben sich 900 Unternehmen dem sogenannten Familienpakt angeschlossen, der die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern will. Die bayerische Staatsregierung hatte ihn vor einigen Jahren ins Leben gerufen, er sieht ein besseres Betreuungsangebot für Kinder und ein flexibleres Arbeitsumfeld vor. Doch im bundesweiten Vergleich schneidet Bayern nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes schlecht ab.

Lohnlücke in Bayern besonders hoch

Der unbereinigte Gender Pay Gap liegt in Bayern bei ungefähr 24 Prozent, nur in Baden-Württemberg ist er noch höher. Eine Erklärung sieht die Hans-Böckler-Stiftung in der Automobilindustrie, die in den beiden Bundesländern stark vertreten ist. Diese Branche bietet gut bezahlte Jobs, in denen nach wie vor mehr Männer arbeiten, beispielsweise als Ingenieure oder Techniker. Eine weitere Erklärung könnte sein, dass in Bayern über 80 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten Frauen sind.

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Rundschau

Von
  • Friederike Wipfler
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