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Energieversorger BEV insolvent - worauf Kunden achten müssen | BR24

© Frank May / Picture Alliance

Junge Frau zieht den Stecker aus der Dose

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    Energieversorger BEV insolvent - worauf Kunden achten müssen

    BEV-Kunden hatten schon lange Ärger: Sie wurden mit niedrigen Tarifen und hohen Boni gelockt – dann gingen die Preise hoch. Jetzt hat der Stromversorger Insolvenz angemeldet. Für die Kunden gilt es jetzt einiges zu beachten.

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    Schon seit Wochen haben sich laut Verbraucherzentrale Bayern immer mehr Kunden der Energieversorger Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH (BEV) beschwert: Boni und Guthaben wurden nicht ausgezahlt, die Preise gingen nach oben. Nachdem die BEV am 29.01.2019 einen Insolvenzantrag gestellt hat, sind sich viele Kunden unsicher, wie es weitergeht.

    Kunden müssen BEV-Vertrag nicht kündigen

    Eigentlich würde der Vertrag mit der BEV zunächst weiterlaufen, denn die Insolvenz als solche gibt den Kunden kein Sonderkündigungsrecht. Aber nach Angaben der BEV ist eine Kündigung durch das Unternehmen bereits veranlasst. Das Gesetz in Deutschland sieht vor, dass der örtliche Grundversorger die Kunden danach automatisch mit Strom und Gas beliefert.

    "Man steht auf keinen Fall ohne Strom und Gas da. Denn automatisch springt der Grundversorger ein, wenn die BEV nicht mehr liefert. Sobald das passiert, bekommt man schriftlich vom Grundversorger Bescheid." Marion Gaksch, Verbraucherzentrale Bayern

    In München springen die Stadtwerke München (SWM) ein. In Kürze bekommen die BEV-Kunden im Raum München von der SWM Versorgungs GmbH schriftlich Bescheid.

    BEV liefert keinen Strom mehr - Zahlung umstellen!

    Der nächste Lastschrifteinzug für den Monat Februar 2019 wird zwar von der BEV nach eigenen Angaben eingestellt - Doch die Verbraucherzentrale Bayern rät dazu, zur Sicherheit am besten per Einschreiben alle Sepa-Lastschriftmandate zu widerrufen. Kunden, die noch Nachzahlungen leisten müssen, sollten ihr Geld nur noch auf die Bankverbindung überweisen, die der vorläufige Insolvenzverwalter Axel Bierbach eingerichtet hat. Die genauen Kontodaten kann man beim Insolvenzverwalter selbst einholen. Auch auf der eigens für alle Kunden-Anfragen eingerichtete Seite der BEV sind sie zu finden: www.bev-inso.de

    Insolvenzverwalter klärt Ansprüche gegen die BEV

    Bevor das Insolvenzverfahrens nicht eröffnet ist, können die Kunden keine Forderungen anmelden. Wenn es soweit ist, gibt der Insolvenzverwalter per Post Bescheid – von ihm wird der aktuelle Stand der Abrechnungen genau überprüft und dann der einzufordernde Betrag an den Kunden weitergegeben.

    "Wenn irgendwelche Guthaben sich ergeben aus den Abrechnungen, dann schreibt der Insolvenzberater jeden Verbraucher an. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass Boni und Guthaben teilweise nicht ausgezahlt werden. Auf den Kosten wird der Verbraucher sitzen bleiben." Marion Gaksch, Verbraucherzentrale Bayern

    Das Amtsgericht München hat noch nicht final entschieden, wann das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Die Überprüfung der Kunden-Ansprüche dauert erfahrungsgemäß seine Zeit. Dass es vor April 2019 los geht, ist unwahrscheinlich.