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Ende des Streiks: IG Metall und Voith einigen sich | BR24

© BR / Johanna Kempter

IG Metall und Voith einigen sich auf Sozialtarifvertrag

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Ende des Streiks: IG Metall und Voith einigen sich

Der wochenlange Streik beim Maschinenbauer Voith in Sonthofen wird beendet: Die IG Metall hat sich mit dem Unternehmen auf einen Sozialtarifvertrag geeinigt. Schon von heute an wird wieder regulär gearbeitet.

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Im Herbst 2019 hat der Maschinenbauer Voith bekanntgegeben, das Werk in Sonthofen mit seinen etwa 500 Mitarbeitern zu schließen. Seit April 2020 waren die Beschäftigten deshalb im Streik. Nun gibt es ein Ergebnis: Den Fortbestand des Werks erkämpften sie zwar nicht, aber einen nach Angaben der IG Metall Bayern zufriedenstellenden Sozialtarifvertrag. In einer Urabstimmung stimmten die IG Metall-Mitglieder mit 87,1 Prozent für den Sozialtarifvertrag und für das Ende des Streiks. Mit Beginn der Frühschicht haben die Beschäftigten wieder regulär die Arbeit wieder aufgenommen. Die Schließung des Werk konnte mit dem Streik also nicht verhindert werden, wie geplant wird das Werk im Herbst dicht gemacht.

Niemand soll in existenzielle Not geraten

IG Metall-Verhandlungsführer Johann Horn sagte, die Beschäftigten würden nun angemessene Abfindungen für den Verlust ihrer Arbeitsplätze erhalten. Laut der Betriebsratsvorsitzenden Birgit Dolde gewährleistet der Sozialtarifvertrag, dass niemand in existenzielle Nöte gerät. Zudem sollen alle Auszubildenden ihre Ausbildung am Standort Sonthofen bis zum Abschluss fortführen können. Knapp 170 Beschäftigte bekommen in einem neuen, tarifgebundenen Büro Allgäu für drei Jahre eine Beschäftigungssicherung. Sollten sie dennoch innerhalb von drei Jahren betriebsbedingt gekündigt werden, gilt auch für sie der Sozialtarifvertrag.

Unternehmen will Mitarbeiter in der Region vermitteln

Mathias Mörtl, Mitglied der Geschäftsleitung von Voith Turbo, sprach von einer "guten Lösung für unsere Kolleginnen und Kollegen in Sonthofen". Man werde sich nun darauf konzentrieren, die anstehenden Veränderungen verantwortungsvoll umzusetzen. Das Unternehmen stellte allen Mitarbeitern, die kein Beschäftigungsangebot für das Büro Allgäu erhalten, in Aussicht, an einen anderen Voith Standort zu wechseln. Alternativ unterstütze man bei der Vermittlung an andere Unternehmen in der Region.

Härtefonds für zusätzliche Abfindungen

Der Gesamtbetriebsrat hatte bereits einen Sozialplan mit dem Unternehmen ausgehandelt. Der Sozialtarifvertrag geht darüber hinaus und sieht zum Beispiel eine bis zu 18-monatige Transfergesellschaft vor – das sind drei Monate länger, als im Sozialplan vorgesehen. Verlassen Beschäftigte die Transfergesellschaft vorzeitig, fließt das so eingesparte Geld in einen zusätzlichen Fortbildungsfonds. Außerdem wird ein Härtefonds eingerichtet, aus dem IG Metall-Mitglieder zusätzliche Abfindungen erhalten. Davon profitieren sollen insbesondere ältere Beschäftigte, Eltern, Alleinerziehende und Lebenspartner, die beide bei Voith arbeiten.