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Wirtschaft

Ende des Baubooms in Bayern in Sicht | BR24

© BR/Walter Kittel

Nach jahrelangem Boom sehen die Baufirmen schlechteren Zeiten entgegen. Zwar ist die Branche derzeit noch gut ausgelastet, doch die Erwartungen sind trüber. Weniger als die Hälfte von 400 befragten Unternehmen erwartet auch 2020 noch gute Umsätze.

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Ende des Baubooms in Bayern in Sicht

Nach jahrelangem Boom sehen die Baufirmen schlechteren Zeiten entgegen. Zwar ist die Branche derzeit noch gut ausgelastet, doch die Erwartungen sind trüber. Weniger als die Hälfte von 400 befragten Unternehmen erwartet auch 2020 noch gute Umsätze.

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Die bayerische Bauwirtschaft arbeitet nach wie vor auf Hochtouren. Durchschnittlich sind die Unternehmen mehr als drei Monate im Voraus ausgelastet. Doch Bauherren haben mit steigenden Baupreisen zu kämpfen. Beim Neubau von Wohngebäuden sind die Preise in den vergangenen zwölf Monaten um rund fünf Prozent gestiegen, im Straßenbau sogar sieben Prozent.

"Beim Wohnungsbau ist das Hauptthema die steigenden Baulandpreise, die insbesondere in den Ballungsräumen regelrecht explodieren." Josef Geiger, Präsident des bayerischen Bauindustrieverbandes

Knappes Bauland bremst Wohnungsbau

Das knapper und teurer werdende Bauland bremst vor allem in den bayerischen Großstädten den Wohnungsbau. Die Zahl der genehmigten, neuen Wohnungen sei hier im ersten Halbjahr 2019 um 30 Prozent eingebrochen. Wo Bauland in Bayern noch vergleichsweise günstig ist, steigt hingegen die Bautätigkeit - derzeit besonders in Ober- und Mittelfranken. Insgesamt war der Wohnungsbau 2018 leicht rückläufig.

Weniger Flächenverbrauch: Bauwirtschaft befürchtet steigende Preise

Nach Einschätzung der Baubranche würde das Wohnungsproblem noch verschärft werden, wenn die Staatsregierung ihren Plan umsetzt, den Flächenverbrauch in Bayern bis 2030 von derzeit zwölf auf fünf Hektar am Tag zu reduzieren.

"Die Reduzierung um rund 60 Prozent wird Bauland künstlich verknappen, und es wird noch teurer." Josef Geiger, Präsident des Bayerischen Bauindustrieverbandes

Bauwirtschaft kritisiert Volksbegehren Mietenstopp

Auch das Volksbegehren Mietenstopp und die politischen Diskussionen über einen Mietendeckel in Bayern werden von der Bauwirtschaft kritisiert. Ein Erfolg des Volksbegehrens würde nach Einschätzung der Bauverbände dazu führen, dass Wohnungen in Zukunft nicht mehr saniert oder modernisiert würden.