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Ein ICE und ein Regionalzug stehen am Münchner Hauptbahnhof.

Die Deutsche Bahn will fossile Kraftstoffe in ihren Zügen verbannen und durch Biokraftstoffe ersetzen.

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Peter Kneffel
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    Ende der Dieselzüge: Bahn setzt auf alternative Kraftstoffe

    Die Deutsche Bahn will bis zum Jahr 2040 Dieselkraftstoffe vollständig aus ihrer Flotte verbannen und durch alternative Kraftstoffe ersetzen. Das kündigte Bahn-Chef Lutz an. Neufahrzeuge sollen nur noch mit Wasserstoff oder Batterieantrieb fahren.

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    Markus WolfMarkus Wolf
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    Die Deutsche Bahn will nachhaltiger werden. Erst kürzlich hat der Konzern deshalb unter anderem neue und klimafreundlichere ICEs bestellt. Jetzt hat das Unternehmen angekündigt, künftig auch auf die herkömmlichen Dieselloks verzichten zu wollen.

    Bis zum Jahr 2040 sollen die aktuell noch oft eingesetzten Dieselkraftstoffe vollständig ersetzt werden. Das teilte Bahn-Chef Richard Lutz mit. "Unsere 3.000 Dieselfahrzeuge sind bereits ab diesem Jahr nach und nach mit alternativen Kraftstoffen unterwegs", erklärte der 57-Jährige. "Neben der Umstellung auf 100 Prozent Ökostrom ist die schrittweise Abschaffung des Diesels bis 2040 eines unserer zentralen ökologischen Vorhaben."

    Vorhandene Loks müssen nicht umgebaut werden

    Die Bahn setzt dabei eigenen Angaben zufolge unter anderem auf Biokraftstoffe, die aus Rest- und Abfallstoffen hergestellt werden sollen. Auf diese Weise stehe die Herstellung nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion. Vorhandene Dieselmotoren müssten dafür nicht umgerüstet werden.

    Neufahrzeuge sollen den Angaben nach künftig nur noch mit Wasserstoff- oder Batterieantrieb angeschafft werden. Entsprechende Tests mit batteriegetriebenen Zügen sollen in den kommenden Monaten folgen.

    Tochterunternehmen DB Cargo verfolgt ähnlichen Kurs

    Bereits Mitte Januar hatte auch die Güterverkehrstochter DB Cargo ähnliche Ziele angekündigt. Dort sollen mittelfristig sämtliche Dieselloks durch modernere Antriebe ersetzt werden.

    Die Flotte soll unter anderem mit sogenannten Zwei-Kraft-Loks ergänzt werden. Diese können zwischen herkömmlichem Diesel- und modernem Elektroantrieb wechseln und damit sowohl auf elektrifizierten Gleisstrecken als auch auf Nebenstrecken ohne Oberleitung eingesetzt werden.

    Batteriezug gestern in Mittelfranken getestet

    Erst gestern hatte die Bahn auch eine Testfahrt mit Fahrgästen mit einem neuen Batteriezug in Bayern absolviert. Nach ersten Fahrten in Baden-Württemberg startete am Samstagmorgen der emissionsarme Zug planmäßig von Gunzenhausen nach Pleinfeld im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (beide CSU), der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Michael Theurer (FDP) sowie Vertreter der DB Regio AG und des Herstellers Alstom begleiteten den Zug auf der Fahrt im Fränkischen Seenland. Die bisher mit Dieselloks befahrbare Strecke soll nun samstags und sonntags bedient werden.

    Söder spricht von "Bahngeschichte"

    Ministerpräsident Söder lobte im Anschluss die Sternfahrt. "Mittelfranken schreibt wieder Bahngeschichte", twitterte Söder nach der Fahrt. "Klimaneutraler Schienenverkehr ist ein weiterer Mosaikstein auf Bayerns Weg zur Klimaneutralität bis 2040." Der Freistaat investiere eine Milliarde Euro in Klimaschutz.

    Testphase läuft noch bis Mai

    Die Deutsche Bahn und Alstom wollen den Batteriezug bis zum 1. Mai im Regionalverkehr in Bayern und Baden-Württemberg testen. Unter der Woche soll der Zug auf der Strecke Stuttgart - Horb fahren. So könnten verschiedene Streckenprofile und Ladeszenarien getestet werden. In Baden-Württemberg werden die Akkus während der Fahrt aufgeladen, in Bayern geht das nur an den Ziel- und Startbahnhöfen.

    Im kommenden Jahr sollen Akku-Züge in den Regelbetrieb gehen, unter anderem in Sachsen. Sie seien mögliche Nachfolger für Dieselzüge und könnten Lücken überbrücken, wo eine Elektrifizierung schwierig sei.

    Bislang nur 60 Prozent des Schienennetzes elektrifiziert

    450 Linien bundesweit werden bisher nur mit Dieselzügen befahren. Rund 60 Prozent des rund 33.000 Kilometer umfassenden deutschen Schienennetzes sind laut Bahn elektrifiziert, vor allem vielbefahrene Strecken. Etwa 90 Prozent der Fahrten würden darüber absolviert. Bis 2030 sollen 760 weitere Kilometer elektrifiziert sein.

    (Mit Material der Deutsche Presse-Agentur dpa)

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