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In Bayern interessieren sich dieses Jahr deutlich weniger junge Menschen für eine Berufsausbildung. Deshalb wurden auch weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen - obwohl das Angebot groß ist. Verbände und Ministerium werben jetzt für diesen Weg.

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"Elternstolz": Werbekampagne für berufliche Ausbildung

In Bayern interessieren sich dieses Jahr deutlich weniger junge Menschen für eine Berufsausbildung. Deshalb wurden auch weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen - obwohl das Angebot groß ist. Verbände und Ministerium werben jetzt für diesen Weg.

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Von
  • Walter Kittel

"Ausbildung macht Elternstolz" heißt eine gemeinsame Kampagne des bayerischen Wirtschaftsministeriums, der IHK sowie der bayerischen Handwerkskammern. Ziel ist es, Eltern und Jugendliche bei der Berufswahl zu unterstützen. Speziell sollen die Vorteile einer dualen Berufsausbildung aufgezeigt werden.

Duale Ausbildung als Erfolgsmodell

"Duale Ausbildung ist Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben", so Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Im Handwerk, in der Industrie oder im Handel zeige sich das immer wieder, auch in der Kombination von Ausbildung und einem darauf aufbauenden Studium.

Leider sei die Vision vom Erfolgsmodell duale Ausbildung mit den Jahren etwas ins Abseits geraten. In der Corona-Krise zeige sich aber, dass solide Berufe an Wert gewinnen, so Aiwanger.

Viele offene Ausbildungsplätze

In diesem Jahr wurden vom bayerischen Handwerk rund 24.600 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, gut sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Facharbeiter sind in Bayern aber nach wie vor gefragt. Es gibt auch genügend Ausbildungsplätze. Dennoch fehlen in diesem Herbst in fast allen Berufen noch immer Bewerber.

Vor allem in boomenden Branchen wie dem Bau- und Ausbaugewerbe. Aber auch bei Bäckern, Metzgern oder Fachverkäufern gebe es immer Bedarf, so Bayerns Handwerkskammer-Präsident Franz Xaver Peteranderl. Selbst in sehr speziellen Berufen wie Orthopädiemechaniker oder Glasapparatebauer gebe es durchaus noch Stellen. Wo und in welchen Berufen Ausbildungsplätze angeboten werden, zeigt etwa das als App verfügbare Lehrstellenradar des bayerischen Handwerkstags.

Elternstolz-Kampagne für berufliche Ausbildung

Neben Werbung auf Plakaten und im Internet bietet die Kampagne "Ausbildung macht Elternstolz" auch ein Coaching an. Fragen von Eltern und Jugendlichen beantwortet hier Trainerin Kristina Dierschke. Auf der Internetseite www.elternstolz.de werden zudem Tipps und Anregungen gegeben, die Lust auf berufliche Ausbildung machen sollen.

Hier sind auch entsprechende Videos abrufbar. Die Kampagne wird auch deshalb ausgebaut, um das Angebot in Coronazeiten zu verbessern. In den vergangenen Monaten gab es weniger berufliche Orientierungsangebote für Jugendliche als normalerweise, etwa aufgrund abgesagter Ausbildungsmessen oder weil Ausbildungsberater coronabedingt keine Schulen besuchen durften.

IHK: Weiterhin großer Fachkräftemangel

Aufgrund der demographischen Entwicklung drohe in den kommenden Jahren eine noch nie dagewesene Fachkräftelücke, so der Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, Eberhard Sasse. Allein in diesem Jahr würden in Bayern 164.000 Beschäftigte in Rente gehen. Diese Zahl steige bis 2024 auf 300.000 jährliche Renteneintritte weiter an.

Die Ausbildung künftiger Fachkräfte werde deshalb immer wichtiger. In den kommenden Jahren müssten deutlich mehr Jugendliche als bisher für eine Ausbildung begeistert werden, so Sasse.

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