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Elektroautos: Darauf müssen Sie beim Kauf achten | BR24

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Elektroautos: Darauf müssen Sie beim Kauf achten

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    Elektroautos: Darauf müssen Sie beim Kauf achten

    Noch sind Elektroautos nicht wirklich alltäglich im Straßenverkehr. Ihre Zahl steigt aber stetig an, da sich immer mehr Käufer für einen Stromer entscheiden. Nur: Was ist wichtig bei der Entscheidung für oder gegen ein Elektroauto?

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    Immer mehr Autofahrer denken darüber nach, ihren Verbrenner durch ein mit Strom betriebenes Auto zu ersetzen. Immerhin hat die neue Antriebsvariante - als reines Elektrofahrzeug - mittlerweile schon 170.000 Fahrzeughalter in Deutschland überzeugt – so die Zulassungszahlen.

    Heuer 40.000 E-Autos in Deutschland zugelassen

    Allein in diesem Jahr sind knapp 40.000 dazugekommen. Im Vergleich zu den gesamten Zulassungszahlen ist das zwar immer noch nicht sehr viel, aber dennoch ein "messbarer" Marktanteil. Im März lag der beispielsweise bei fast fünf Prozent. Hinzu kommen die sogenannten Hybride, die zusätzlich zum Elektromotor noch einen Benzin- oder Dieselantrieb haben. Deren Zahl stieg bislang in diesem Jahr um rund 130.000.

    E-Autos mit Prämie kaum noch teurer als Verbrenner

    Jetzt ist ein ziemlich guter Zeitpunkt, über den Kauf eines Elektroautos nachzudenken. Zum einen wächst das Angebot an verschiedenen Fahrzeugen – zum anderen hat die Bundesregierung die Förderung für den Kauf noch einmal ordentlich erhöht. Elektroautos kosten damit kaum noch mehr als ihre Halbgeschwister mit Verbrennungsmotor – zumindest ist der Abstand deutlich kleiner geworden.

    Entscheidend sind die Gesamtkosten – mit Unterhalt

    Hinzu kommt, dass ein Elektroauto bei den Unterhaltskosten günstiger sein kann als ein Auto mit Verbrennungsmotor. Häufig sind die Stromkosten für 100 Kilometer Fahrtstrecke niedriger als die Spritkosten für einen vergleichbaren Benziner oder Diesel. Auch die Wartungskosten sind niedriger: Denn ein Elektroantrieb hat weniger Verschleißteile und beispielsweise Bremsen werden weniger beansprucht. Denn ein Teil der Bremswirkung wird nicht durch Bremsbeläge erzeugt, sondern durch Stromerzeugung - die so genannte Rekuperation.

    Steuerliche Vorteile bei E-Auto und Hybrid

    Für Dienstwagenfahrer ist auch die steuerliche Betrachtung interessant. Statt ein Prozent des Fahrzeugwertes müssen sie pro Monat nur 0,25 (bis 40.000 Euro Bruttolistenpreis) oder 0,5 Prozent (ab 40.000 Euro und für Hybridfahrzeuge) des Wagenwerts als geldwerter Vorteil an Steuern bezahlen.

    Auf die Kosten Einfluss hat auch die Überlegung, ob man ein Auto mit Batterie kauft oder sie lediglich dazumietet, was einige Hersteller anbieten.

    Kaufpreis für E-Autos ab 15.000 Euro

    Im Prinzip ist auch ein Elektroauto nur ein Auto. Es gibt "Premiumhersteller" und vermeintlich einfachere Anbieter, Fahrzeuge aus Deutschland oder Europa, aus den USA und auch aus Asien. Es gibt sie groß und klein, luxuriös und günstiger, mit viel teurer Sonderausstattung und auch Basismodelle. Der Kaufpreis beginnt derzeit - nach Abzug der Förderung - bei rund 15.000 Euro für einen Kleinwagen. Viele Modelle kosten um die 30.000 bis 40.000 Euro. Und nach oben sind, wie immer, kaum Grenzen gesetzt.

    Testberichte lesen!

    Außerdem haben die Hersteller unterschiedliche Lieferzeiten: Manche bis zu einem Jahr, andere Modelle sind innerhalb von Tagen oder Wochen verfügbar.

    Wer sich ernsthaft damit auseinandersetzen will, findet auch zahllose Tests zu allen Modellen – genauso wie für Verbrenner.

    Wichtigstes Kriterium ist die Reichweite

    Mit am Anfang der Überlegungen sollte vor allem eine genaue Analyse stehen, wofür das Auto gebraucht wird: Ist es ein klassischer Stadtwagen, oder muss auch mal eine längere Autofahrt am Stück drin sein? Davon hängt das teuerste Bauteil des neuen Autos ab: die Batterie und deren Speicherkapazität, die in Kilowattstunden gemessen wird.

    Wichtig: Der Großteil der Autofahrer fährt nur sehr selten mehr als 40 Kilometer am Tag. Für gelegentliche weitere Fahrten reicht also womöglich auch ein Leihwagen – oder der häufig noch vorhandene Verbrenner-Erstwagen.

    Hybrid: der teure Kompromiss

    Als Kompromiss kann hier aber auch ein sogenannter Hybrid in Frage kommen, ein Auto also, das neben dem Elektroantrieb für kürzere Strecken auch noch einen klassischen Verbrenner an Bord hat, der dann für weitere Strecken zum Einsatz kommt.

    Den Vorteilen steht aber gegenüber, dass man als Käufer für beide Antriebsarten bezahlen muss und sie auch immer an Bord spazieren gefahren werden. Das Auto ist also schwerer und verbraucht dadurch beim Fahren mehr Energie.

    Reichweite: Vorsicht bei Angaben der Hersteller

    Auf die Angaben der Hersteller zur Reichweite sollte man sich nicht verlassen. Ähnlich wie bei den Angaben zum Benzinverbrauch bei Verbrennungsmotoren sind die unter "Normbedingungen" entstanden. Mit der eigenen Realität - vor allem im Winter - muss das nicht viel zu tun haben.

    Außerdem wird am Akku der Zahn der Zeit nagen, denn die Batteriezellen altern. Das heißt, nach ein paar Jahren sinkt die Reichweite. Empfehlenswert ist es deshalb, die Reichweite mindestens ein Drittel höher zu wählen, als man sie im Alltag braucht.

    Gute Lademöglichkeiten erweitern die reale Reichweite

    Einfluss auf die Reichweite hat aber auch das Ladesystem. Kann das Auto unterwegs schnell nachgeladen werden? Dann ist eine gelegentliche weitere Fahrt mit einer halben Stunde Nachladen nach 150 Kilometern möglicherweise nicht so tragisch.

    Auch Elektroautos mit größerer Reichweite können von Ladestellen unterwegs profitieren. Der ADAC bezeichnet beispielsweise Stromer als langstreckentauglich, wenn sie mit 30 Minuten Ladezeit an Schnellladesäulen mindestens 200 Kilometer Reichweite rausholen.

    Laden im Alltag entscheidet über Freude am Fahrzeug

    Auch für den Alltag ist das Laden eine zentrale Herausforderung. Viele Fragen muss man sich hier beantworten: Wie lade ich zu Hause und auf meinen üblichen Wegen mit dem neuen Stromer? Gibt es am Arbeitsplatz eine Ladestation? Reicht mir auf der Straße eine öffentliche Ladesäule? Was kostet der Strom dort und vor allem: Bekomme ich dort regelmäßig bei Bedarf über Nacht einen Parkplatz?

    Auf dem eigenen Grundstück: Reicht mir für ein kleines Auto eine normale Gartensteckdose, oder soll es eine ordentliche Wallbox sein, mit entsprechend "Wumms" beim Laden? Gibt es vielleicht gar eine Solaranlage als "Tankstelle"?

    Und auch in der Tiefgarage oder auf dem privaten Parkplatz gilt es zu klären, ob die vorhandenen Stromleitungen das Laden überhaupt zulassen, was die Eigentümer der Wohnanlage erlauben, was die Installation kostet, wer dafür aufkommt und wie am Ende der Stromverbrauch gemessen wird. Wichtige Fragen, die am Ende darüber entscheiden, ob das Elektroauto auch wirklich Spaß macht und genutzt wird.

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