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Einzelhandel bangt um Weihnachtsgeschäft | BR24

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Rund fünf Wochen vor Weihnachten - eigentlich ist es die umsatzstärkste Zeit für den bayerischen Einzelhandel. Doch bei den Händlern ist die Sorge ist groß, dass nicht so viele Menschen wie üblich zum Shoppen gehen - wegen der Corona-Pandemie.

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Einzelhandel bangt um Weihnachtsgeschäft

Die Einzelhändler in Bayern blicken mit Hoffen und Bangen auf das Weihnachtsgeschäft. Zwar geht der Handelsverband Bayern davon aus, dass der Umsatz ähnlich ausfallen wird wie im vergangenen Jahr. Allerdings gibt es deutliche Gewinner und Verlierer.

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Maskenpflicht auf dem Münchner Marienplatz, alle Gaststätten geschlossen und der Christkindlmarkt fällt aus. Für das Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels sind das schlechte Voraussetzungen.

Beim Kaufhaus Ludwig Beck in München spüren sie bereits jetzt die Folgen der Corona-Maßnahmen. Denn normalerweise erzielen sie jetzt die größten Umsätze im Jahr. Doch momentan kommen nur halb so viele Kunden wie gewohnt. "Aktuell brechen die Frequenzen im Vergleich zum Vorjahr zwischen 40 und 60 Prozent je nach Tag ein. Und da wird es natürlich schwer mit der Hälfte der Leute ohne Christkindlmarkt in München, ohne Touristen, das ist auch ein riesiger Wirtschaftsfaktor“, sagt Tobias Triebel, Einkaufsleiter bei Ludwig Beck.

Online-Geschäft wächst um fast 20 Prozent

Das Münchner Traditionskaufhaus hofft auf den "Black Friday" Ende November und das damit verbundene Online-Geschäft. Denn das Christkind kommt auch in Bayern immer häufiger über das Internet. Das berichtet der Handelsverband Bayern, der 60.000 Einzelhändler vertritt.

Der Verband rechnet mit einem Anstieg der Online Verkäufe, auf die Rekordhöhe von 2,3 Milliarden Euro. Das wäre ein Plus von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Drittel der bayerischen Händler sei bereits online vertreten.

Gesamtumsatz stagniert

Allerdings werde es dennoch hart für viele Betriebe, wenn die Kunden nicht in die stationären Läden kämen. Seit Beginn des derzeitigen Teil-Lockdowns kämen nur noch halb so viele Menschen in die Einkaufsstraßen der bayerischen Städte und Gemeinden, so der Verband. Deshalb werde der Weihnachtsumsatz bei 14 Milliarden Euro stagnieren.

"Wir haben ja den Strukturwandel schon seit Jahren, Corona verschärft die Lage natürlich, und wir haben natürlich Angst, die Lagen in den Innenstädten zu verlieren, weil wir sie betriebswirtschaftlich nicht mehr so betreiben können, dass es Sinn macht," sagt Ernst Läuger, Präsident des Handelsverbands Bayern. Besonders stark würden stationäre Läden leiden, die Bekleidung, Schuhe, Spielwaren und Schmuck verkaufen.

Lebensmittelhandel profitiert

Was die Einzelhändler dennoch optimistisch stimmt: Jeder fünfte Kunde in Bayern plant laut einer Umfrage trotz der Corona-Krise mehr für die Weihnachtseinkäufe auszugeben. Im Schnitt 512 Euro.

Ganz klarer Gewinner wird dieses Weihnachten der Lebensmittelhandel sein. Der Handelsverband Bayern ist überzeugt: Da die Menschen in diesem Jahr auf so viel verzichten mussten, werden sie es sich mit besonderem Essen und Trinken diesmal gutgehen lassen.

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