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Einjähriges Bestehen: Bilanz für Bayerisches Wasserstoffzentrum | BR24

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Die Bilanz nach einem Jahr Wasserstoffzentrum in Nürnberg fällt von seiten der Macher und Macherinnen durchaus positiv aus.

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    Einjähriges Bestehen: Bilanz für Bayerisches Wasserstoffzentrum

    Das Bayerische Wasserstoffzentrum in Nürnberg feiert sein einjähriges Bestehen. Die Einrichtung zieht eine positive erste Bilanz und sieht viele potenzielle Jobs. Kaufprämien für Wasserstoffautos hält das Wasserstoffzentrum aber trotzdem für falsch.

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    Von
    • Andreas Schuster

    Das Zentrum Wasserstoff.Bayern "H2.B" in Nürnberg feiert in diesen Tagen sein einjähriges Bestehen (Stichtag 05.09.2020). Gegründet wurde es, um Wissenschaft, Wirtschaft und Politik beim Thema Wasserstoff zusammenzubringen und um gemeinsame Perspektiven für eine bayerische Wasserstoff-Wirtschaft zu entwickeln.

    Positive erste Bilanz

    Die erste Bilanz sei "sehr positiv", so die Wirtschaftsweise Veronika Grimm, die beim bayerischen Wasserstoffzentrum mit im Vorstand sitzt. In dem ersten Jahr habe das Wasserstoffzentrum etwa gemeinsam mit dem parallel gegründeten bayerischen Wasserstoffbündnis ein Positionspapier erarbeitet, das die Grundlage der bayerischen Wasserstoff-Strategie darstelle.

    Potenzieller Treibstoff für Schiffe und Flugzeuge

    Jetzt gehe es an die Umsetzung der Strategien. Das größte Potenzial für Wasserstoff als Treibstoff sieht Grimm aufgrund der Reichweite und der schnellen Betankung bei Schiffen, Lastern und Flugzeugen. Um diese sogenannte Schwermobilität umweltfreundlicher und ohne fossile Brennstoffe anzutreiben, brauche es den Wasserstoff beziehungsweise synthetische Kraftstoffe, so Grimm. Außerdem könne Wasserstoff als Energieträger auch in vielen Teilen der Industrie zum Einsatz kommen.

    Große Bereitschaft für Wechsel zum Wasserstoff

    Generell habe sich in den vergangenen zwölf Monaten viel getan beim Thema "Wasserstoff". So habe es in der Politik einen "Paradigmenwechsel" gegeben, so Grimm. Sie sehe in der Industrie eine "ganz, ganz große Bereitschaft für einen Wechsel" und dass die Unternehmen in der Wasserstofftechnologie "mehr und mehr Zukunftschancen" sehen.

    Viele mögliche neue Arbeitsplätze

    Bayern sieht Grimm für diesen bevorstehenden Wandel "exzellent aufgestellt". So gebe es im Freistaat nicht nur starke Universitäten und andere Forschungseinrichtungen. Auch die wirtschaftliche Seite der Wasserstofftechnologie werde bedacht. Mit Blick auf den Wandel in der Automobilbranche könne der Umstieg auf Wasserstofftechnologie helfen, neue Jobs zu schaffen, so Grimm. Das Potenzial hält sie für "sehr, sehr groß".

    Keine Kaufprämien gewünscht

    Kaufprämien, wie es sie etwa für Elektroautos bereits gab, hält man im Bayerischen Wasserstoffzentrum allerdings für keine gute Lösung, um die Technologie weiter voranzubringen. Vielmehr fordert Grimm eine "umfassende Reform der energiepolitischen Rahmenbedingungen". So müssten etwa Wertschöpfungsketten entwickelt werden: von der Erzeugung bis zur Nutzung von Wasserstoff. Das erreiche man am besten, wenn man die "Bepreisung von Energie und Emissionen so anpasst, dass einfach klimafreundliche Geschäftsmodelle attraktiv werden", so Grimm.

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