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Ein Jahr DSGVO: Datenschutz-Kontrollen könnten strenger werden | BR24

© Holger Romann, BR

Vor einem Jahr hat die Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, zu einem Umdenken geführt.

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Ein Jahr DSGVO: Datenschutz-Kontrollen könnten strenger werden

Vor einem Jahr hat die Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, zu einem Umdenken geführt: Datenschutz hat sich von der IT-Nebentätigkeit zur Aufgabe der Geschäftsführung gemausert. Auch weil in Zukunft höhere Bußgelder drohen könnten.

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Wegen Verletzungen der DSGVO wurden laut der Wirtschaftsprüfer von EY letztes Jahr deutschlandweit 42 Bußgelder verhängt und über 50 Verwarnungen ausgesprochen. Damit waren die Deutschen Behörden am aktivsten, wenn man sich im Vergleich andere EU-Länder ansieht. Die Wirtschaftsprüfer rechnen damit, dass die Behörden strenger werden.

Bußgelder wegen DSGVO-Verstößen könnten höher werden

"Wir erwarten, dass die europäischen Aufsichtsbehörden ihre Ankündigungen für das Jahr 2019 umsetzen und verstärkt zu höheren Bußgeldern greifen werden." Peter Katko, Rechtsanwalt bei den Wirtschaftsprüfern von EY

Grund für diese Annahme: In letzter Zeit sind Abmahnungen und Bußgeldbescheide häufiger geworden. So hat die französische Datenschutzaufsicht dem US-Konzern Google ein Bußgeld von 50 Millionen Euro aufgebrummt. Begründung: Die Informationen zur Verwendung von erhobenen Daten seien für die Nutzer nicht einfach genug zugänglich gewesen.

Und die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk hat gegen die App-Bank N26 ein Bußgeld von 50.000 Euro verhängt. Auch kleinere Unternehmen sollten jetzt auf der Hut sein.

Verbraucher sollen die Kontrolle über ihre Daten behalten

Die DSGVO regelt im Grunde die Verarbeitung personenbezogener Daten. Zum Beispiel durch Firmen, aber auch durch Organisationen oder Vereine. Ziel: Dadurch sollen Nutzer quasi die Hoheit über ihre Daten bekommen. Solche Daten, die für den ursprünglichen Zweck nicht mehr benötigt werden, müssen unbedingt gelöscht werden. Außerdem müssen Unternehmen und Organisationen gespeicherte Daten auf Anfrage zur Verfügung stellen.

Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat für Verbraucher neue Auskunfts- und Informationsrechte gebracht. Denn Geschäftsführer sind dazu verpflichtet, ihre Dokumentationen regelmäßig zu erneuern. Doch für Betriebe bringt sie Herausforderungen.

Ohne großes Expertenwissen: So verhindern Unternehmen Bußgelder

Eine Möglichkeit herauszufinden, ob das eigene Unternehmen DSGVO-konform arbeitet, ist eine Risikoanalyse. Die läuft so ab: Zuerst müssen die Unternehmen Fragen zum Datenschutz beantworten, dann bekommen sie ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen, damit es nicht zum Bußgeld kommt. Ob nun durch einen externen Berater oder Software: An der DSGVO führt auch für kleinere Unternehmen kein Weg vorbei. Es geht nicht nur um die Vermeidung von Bußgeldern: Nur, wenn die DSGVO eingehalten wird, funktioniert der Schutz von kritischen Daten im EU-weiten Handel.