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Ein Ausbildungsplatz in Coronazeiten: So klappt’s am besten | BR24

© dpa/pa/Wolfgang Kumm

Auszubildende in Berliner Firma

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    Ein Ausbildungsplatz in Coronazeiten: So klappt’s am besten

    Viele Schulabgänger beginnen bald ihre Ausbildung oder müssen sich gerade für eine Richtung entscheiden. Corona macht es zwar schwer, sich in Betrieben umzuhören oder Bewerbungsgespräche zu führen. Und trotzdem haben angehende Azubis gute Chancen.

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    Keine angehenden Azubis, keine Aussteller, keine neu geknüpften Kontakte – alles wegen Corona. Als Hilmar Fütterer klar wurde, dass die alljährliche Ausbildungsmesse nicht wie gewohnt stattfinden würde, hatte er eine Idee.

    Der Bildungsmanager des Landkreises Tirschenreuth forderte kurzerhand alle teilnehmenden Betriebe dazu auf, ein kurzes Imagevideo von sich zu drehen. Alles auf eine Website, Kontaktdaten dazu und ein virtueller Kalender für das Speed-Dating – fertig ist die Ausbildungsmesse 2.0. Viel länger und entspannter als bei der analogen Messe können Jugendliche, die nach einem Ausbildungsplatz suchen, sich jetzt noch bis zum 24.7. über die Unternehmen aus ihrer Region informieren und mit ihnen übers Internet ins Gespräch kommen.

    Es soll keinen "Corona-Jahrgang" geben

    In Tirschenreuth hat die Coronapandemie also auch einen technischen Fortschritt gebracht. Alle, die für das aktuelle oder für das kommende Jahr noch einen Ausbildungsplatz suchen, müssen das zwar unter erschwerten Bedingungen tun; aber ihnen spielt der Umstand in die Karten, dass auch in diesem Jahr viel mehr Betriebe nach Azubis suchen als andersrum.

    Anne Beck, Sprecherin bei der Arbeitsagentur München sagt, es gebe wie bereits in den vergangenen Jahren einen Bewerbermarkt – und das werde auch so bleiben. Viele Unternehmen würden trotz Corona ihre Ausbildungsstellen neu besetzen, erzählt Beck. Zum einen, weil sie auf eine Zeit nach der Pandemie hoffen und zum anderen, weil viele sich vom Bund für jeden Azubi mit Fördergeldern bezuschussen lassen. Denn politisches Ziel sei es, keinen "Corona-Jahrgang" entstehen zu lassen, der ohne rechte Orientierung auf den Arbeitsmarkt zuschwimmt.

    Gute Chancen in fast allen Branchen

    Gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz hat man derzeit also in fast allen Branchen: Im Einzelhandel, in der Logistik und in der Gesundheitsbranche wird dringend gesucht. Aber auch in den Bereichen Elektro, Sanitär und Heizung sowie im öffentlichen Dienst. Hier seien die Bewerberzahlen allerdings stark gestiegen, berichtet Beck. Wohl auch, weil es im öffentlichen Dienst eine größere Jobsicherheit gibt als auf dem freien Markt.

    Eher schlecht sieht es allerdings in den Bereichen aus, die wegen der Pandemie ohnehin arg gebeutelt sind: Angehende Friseure, Messebauer oder Veranstaltungstechniker werden aktuell kaum gesucht. Wer hier hin möchte, dem empfehlen die Arbeitsagenturen eine Art Zwischenjahr. Entweder, indem man Praktika in verwandten Berufen macht. Oder indem man mit einem Job etwas Geld verdient, das einem die erste Zeit in der Ausbildung finanzielle Erleichterung verschafft. Oder aber man sucht sich eine Stelle im Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahr.

    Hilfe gibt es für alle – online und telefonisch

    Wer aber noch gar nicht weiß, wo er hin möchte, wer noch eine Last-Minute-Lehrstelle sucht, oder wer dringend Hilfe beim Schreiben des Lebenslaufs braucht, für den sind es aktuell doch sehr komplizierte Zeiten.

    Die Berufsberatungen in Schulen und in den Arbeitsagenturen haben nur Notfallsprechstunden, alles andere wurde ins Internet verlegt. Auch die Bundesagentur für Arbeit möchte ihr Messeangebot ins Internet verlegen. So soll die Münchner Messe "Einstieg" zumindest teilweise online stattfinden, auch wenn die Veranstalter noch auf einen analogen Termin im November hoffen. Man experimentiert jetzt mit Online-Sprechstunden via Youtube, auch Chats und E-Mails werden genutzt. Und natürlich gibt es nach wie vor die telefonische Beratung.

    Anne Beck von der Arbeitsagentur rät jedenfalls allen zu Geduld. Wer in diesem Jahr nicht mehr bekommt, worauf er oder sie gehofft hatte, der sollte nicht aufgeben. Sondern sich in seinen sozialen Netzwerken und mit Hilfe der örtlichen Berufsberatung kontinuierlich auf dem Laufenden halten.

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