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Crowdfunding-Gespräch: Stadt München unterstützt lokale Ideen mit Marktpotenzial.
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Crowdfunding-Gespräch: Stadt München unterstützt lokale Ideen mit Marktpotenzial.

Was sich anfangs nach ganz normaler Blasmusik anhört, entpuppt sich bei Familie Himpsl bald als moderner Musikmix mit Einflüssen aus aller Welt. Ihren Proberaum hat die "Unterbiberger Hofmusik" - so heißt die Familienband - in der Nähe von München. Sie spielt aber auch schon mal in Mexiko, in Griechenland oder in Ägypten. Vor begeisterten Fans.

Tauschgeschäft: Online-Spende gegen Privatkonzert

Die Familienband setzt heute auf Crowdfunding. Auf Seiten wie Startnext, einem der großen deutschsprachigen Anbieter, können sich private Förderer über Projekte informieren und bei Gefallen Geld reinstecken. Bevor sich Familie Himpsl zum Crowdfunding durchgerungen hat, gab es allerdings viele Diskussionen.

"Für meinen Vater war es schwierig. Für ihn war das mehr so, als würde man um Almosen betteln. Bis dann irgendwann klar geworden ist, dass dies in der Kulturbranche üblich wird." Xaver Himpsl, "Unterbiberger Hofmusik"

Schließlich haben die Unterbiberger das Crowdfunding einfach ausprobiert. Wer investiert, bekommt die neue CD und, je nach Anlagesumme, auch ein Privatkonzert im eigenen Wohnzimmer. Für die Musiker ein weiterer Vorteil: So können sie neue Stücke promoten, bevor eine CD raus ist und die neue Tour ansteht.

Landeshauptstadt unterstützt innovative Projekte

Eine andere Crowdfunding-Idee aus Bayern: der sogenannte Hobdee. Ein Plastikclip, der das Halten eines Maßkruges erleichtern soll. Ausgedacht hat sich das Dejan Jesik, der im bisherigen Alltag Automobilteile entwickelt hat. "Dann war ich aber im Biergarten", erzählt er, "und habe mir gedacht: Irgendetwas muss da her, da muss es doch eine Lösung geben und habe mir etwas einfallen lassen."

Unterstützt wird Jesik von Mitarbeitern der Landeshauptstadt München, die als erste Stadt in Deutschland überhaupt innovative Projekte fördert. Für Werbemittel wie Logos oder Imagefilme gibt es einen Zuschuss von 50 Prozent.

"Wir wollen mit der Förderung der Kreativleistung auch eine bessere Auftragssituation für die Kreativen in der Stadt schaffen. Deswegen beinhaltet das Förderprogramm, dass man sich an kreative Dienstleister aus München wendet." Britta Buck, Landeshauptstadt München

Wie eine Brauerei mit Crowdfunding flüssig wird

Für den flüssigen Inhalt des Bierkruges sorgt etwa eine junge Münchner Brauerei. Deren Gründer Steffen Marx hat ebenfalls gute Erfahrung mit Crowdfunding gemacht, so auch mit der Finanzierung seiner Abfüllanlage.

"Man hätte natürlich das Geld auch von der Bank holen können. Das ist heuzutage ja auch kein Problem. Nur so habe ich auch das Wirtshaus voll. Ich lerne die Leute kennen. Ich sehe die Gesichter, die Namen. Das sind alles Repräsentanten unserer Marke und das hat sich mittlerweile sehr gut ausgezahlt." Steffen Marx, Giesinger Bräu

Speis und Trank - Kulinarisches Crowdfunding als Erfolgsrezept

Seit vier Jahren tauscht die Brauerei Zinsgutscheine gegen Bierkisten - bei einer Rendite von sechs Prozent. Die flüssigen Zinsen kann man direkt in der Brauerei am Giesinger Berg kistenweise abholen. Oder gleich vor Ort konsumieren.

"Das machen wir seit vier Jahren. Da haben wir jetzt schon 3000 Mitglieder eingeworben. Nun ist es tatsächlich so, dass mit diesen Scheinen sich die Leute im Wirtshaus Speis und Trank holen können oder an der Rampe ein bisschen Bier. Das kommt sehr gut an." Steffen Marx, Giesinger Bräu

Auch bei der Unterbiberger Hofmusik läuft es gut. Das jüngste Crowdfunding der Musikerfamilie war erfolgreich. Der Produktion der neuen CD mit Weltmusik aus Bayern steht heute nichts mehr im Weg.