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E-Autos: Wie die undurchsichtige Förderung Käufer verunsichert | BR24

© dpa/Patrick Pleul

E-Autos: Wann werden sie für Käufer attraktiver?

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E-Autos: Wie die undurchsichtige Förderung Käufer verunsichert

Zu geringe Batteriekapazitäten und Reichweiten sind Gründe für den bislang ausbleibenden Durchbruch des E-Autos. Ein weiterer dürfte die undurchsichtige Subventionspolitik sein.

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In Landsberg am Lech befindet sich einer der erfolgreichsten E-Auto-Händler Deutschlands. Jürgen Sangl verkauft 400 Stromer im Jahr, obwohl sie mit nur zwei Prozent Marktanteil generell eher Ladenhüter sind.

"Ein anderer Händler, der selber nicht überzeugt ist vom Auto, der kann das Auto auch nicht richtig verkaufen. Das heißt, wenn Sie selber nicht glauben, dass es die Zukunft ist, dann tun Sie sich im Verkauf auch schwer." Jürgen Sangl, E-Auto-Händler

Umweltprämie: insgesamt 4.000 Euro bis Ende 2020

Ehepaar Bockhöfer macht eine Probefahrt. "Das ist eigentlich fantastisch, was man da plötzlich für ein Gefühl hat von der Beschleunigung", findet Lothar Bockhöfer. Einen höheren Anschaffungspreis und eine geringere Reichweite nimmt das Ehepaar dabei in Kauf.

Die beiden Pensionisten haben in der vergangenen Woche die Diskussion über eine Erhöhung der staatlichen Umweltprämie mit Interesse verfolgt. Sie hätten davon profitiert. Inzwischen ist aber klar: Die Umweltprämie wird zwar bis Ende 2020 verlängert, doch eine Erhöhung ist erst einmal nicht in Sicht. Es bleibt weiterhin bei jeweils 2.000 Euro Zuschuss vom Bund und von den Herstellern.

Subventionen können vom Wohnort abhängen

Die Umweltprämie gibt es seit 2016 bundesweit. Auch Architekt Alexander Breier hat sie bekommen - und dazu noch einen Bonus vom Zoll. Jeder, der mit einem E-Auto fährt, ist zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

Der Architekt ärgert sich trotzdem. Er fährt seit 2018 elektrisch, aber erst in diesem Jahr wurde der Steuersatz für die private Nutzung von Dienstwagen halbiert.

"Jeder, der sich jetzt 2019 das Auto kauft, spart sich im Endeffekt 50 Prozent Steuern und ist natürlich in der Hinsicht dem Verbrenner weit überlegen. Für mich gilt das leider nicht mehr. Ich habe in der Hinsicht zu früh gekauft." Alexander Breier, Architekt

Auch für private Ladestationen, sogenannte Wallboxen, kann es einen Zuschuss geben. Das hängt allerdings wiederum vom Wohnort ab. Alexander Breier hatte kein Glück: Er musste alles selbst bezahlen. 600 Euro für die Wallbox, weitere 500 für den Elektriker.

Bayern - nur wenige Städte fördern E-Autos

Unterschleißheim bei München gilt als ein Eldorado für E-Auto-Fahrer. Wolfgang Dreyer hat für seinen elektrischen Zweitwagen 1.500 Euro von der Stadt bekommen - neben der Umweltprämie und Steuervergünstigungen.

"Unterschleißheim ist sehr generös bei der Förderung neuer Technologien und deswegen haben wir uns unter anderem für ein E-Auto entschieden." Wolfgang Dreyer, E-Auto-Fahrer

Eine zusätzliche kommunale Förderung ist reine Glückssache. Nur wenige Städte in Bayern zahlen für Elektro-Autos etwas dazu. Neben Unterschleißheim sind das zum Beispiel Dachau, Lindau, München und Nürnberg.

Unterschleißheimer dürfen ihre Autos auch kostenfrei in der städtischen Tiefgarage laden. Das kommunale Förderprogramm läuft allerdings schleppend. Wolfgang Dreyer ist erst der sechste Einwohner, der seit 2015 einen Zuschuss beantragt hat.