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Dürfen Arbeitnehmer bei Schnee zu Hause bleiben? | BR24

© BR/Steffi Wagner

Eingeschneites Auto

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Dürfen Arbeitnehmer bei Schnee zu Hause bleiben?

Starke Schneefälle, Glätte und gesperrte Straßen - Busse und Züge verkehren, wenn überhaupt, nur mit Verspätung. Die momentane Wetterlage macht es vielen Beschäftigten schwer, zur Arbeit zu kommen. Was ist aus rechtlicher Sicht zu beachten?

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Grundsätzlich gilt: Wie er zur Arbeit kommt, ist die Sache des Arbeitnehmers. Er muss nur pünktlich - wie vereinbart - dort erscheinen. Juristisch ausgedrückt trägt er das sogenannte "Wegerisiko" - und nicht der Arbeitgeber. Wenn also Eis und Schnee die Anfahrt erschweren oder gar unmöglich machen, dann gilt trotzdem das allgemeine Prinzip: "Ohne Arbeit kein Lohn."

Wetter ist keine Entschuldigung

Die ausgefallene Zeit muss entsprechend nachgeholt werden oder der Mitarbeiter muss damit rechnen, dass das Einkommen gekürzt wird. Es ist ihm laut Rechtsprechung durchaus zumutbar, sich eher auf den Weg zur Arbeit zu machen. Ein nicht angesprungenes Auto zählt da als Entschuldigung nicht. Auch wenn Bus oder Zug überhaupt nicht fahren - der Mitarbeiter also für die Verspätung nichts kann -, könnte der Chef den Lohn kürzen.

Bei schulfrei dürfen Arbeitnehmer eventuell zu Hause bleiben

Laut DGB Rechtsschutz gibt es Ausnahmen: wenn der Mitarbeiter aus einem in seiner Person liegenden Grund, aber ohne eigenes Verschulden, nicht arbeiten kann. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn Kindergarten oder Schule geschlossen bleiben und sich keine andere Betreuungsmöglichkeit findet. Der Anspruch könne allerdings durch den Arbeits- oder Tarifvertrag ausgeschlossen werden.

© dpa/pa/Johannes Glöckner

Vereister Zug

Verspätung bei Schnee: den Arbeitgeber informieren

Wer nicht pünktlich am Arbeitsplatz erscheint, sollte den Arbeitgeber möglichst gleich darüber informieren, raten Arbeitsrechtler. Der Chef kann sich dann entsprechend einrichten. Eine Abmahnung rechtfertigt die Verspätung aber nicht. Es sei denn, der Betroffene kommt öfters zu spät und verweist dabei stets auf das wegen Kälte nicht angesprungene Fahrzeug. Das könnte Konsequenzen haben, zumal wenn alle anderen Mitarbeiter trotz schlechter Witterung pünktlich sind.

Wenn das Wetter die Produktion lahmlegt

Eis und Schnee können nicht nur den Weg zur Arbeit erschweren. Sie können auch die Arbeit behindern oder gar unmöglich machen. Wenn zum Beispiel eine Anlage durch die kalte Außentemperatur nicht funktioniert, dann steht die Produktion unter Umständen still. Dann trägt aber der Arbeitgeber das Risiko. Der Lohn muss voll gezahlt werden, auch wenn nicht gearbeitet wird.

Kurzarbeit bei Schnee

Ausnahme: Der Arbeitgeber beantragt Kurzarbeit wie auf dem Bau. Die Bundesagentur für Arbeit springt dann unter Umständen mit Zahlungen ein. Eine weitere Pflicht des Arbeitgebers bei extremen Wetterlagen: Er muss auf die Mindesttemperatur in den Arbeitsräumen achten. Die sollte in Büroräumen um die 20 Grad liegen, heißt es von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

© BR

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