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Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer beantragt KfW-Kredit | BR24

© BR/Carolin Hasenauer

Der Würzburger Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer will sich bei der KfW einen Corona-Hilfskredit von bis zu 120 Millionen Euro besorgen. Die Aktionäre können deshalb weiterhin keine Dividende bekommen.

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Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer beantragt KfW-Kredit

Der Würzburger Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer will sich bei der KfW einen Corona-Hilfskredit von bis zu 120 Millionen Euro besorgen. Die Aktionäre können deshalb weiterhin keine Dividende bekommen.

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Die Schwierigkeiten bei Koenig & Bauer haben sich mit der Corona-Krise verschärft. Der Vorstand spricht von deutlich gestiegenen Unsicherheiten. Ein Staatskredit von der KfW soll jetzt mögliche Ausfälle abfedern und die Fortsetzung des Effizienzprogramms "Performance 2024" ermöglichen.

Neue Ausrichtung kostet erstmal Geld

Eine neue strategische Ausrichtung auf mehr digitale Dienstleistungen werde zunächst weitere Kosten verursachen. Schon im ersten Quartal war der Umsatz um ein Viertel eingebrochen. Von Januar bis März schrieb das Würzburger Traditionsunternehmen vor Steuern und Zinsen 35 Millionen Euro Verlust.

Das Unternehmen, das 1817 gegründet wurde, ist nach eigenen Angaben der älteste Druckmaschinenhersteller der Welt und beschäftigte im vergangenen Jahr weltweit 5.800 Mitarbeiter.

Koenig und Bauer konnte angeschlagene Wettbewerber überholen

Nach der Insolvenz des früheren Konkurrenten Manroland mit Werken in Augsburg und in Offenbach und dem Niedergang des früheren Weltmarktführers Heidelberger Druckmaschinen, sieht Koenig & Bauer sich in einigen Bereichen vorn. So beträgt der Marktanteil bei der Herstellung von Banknoten inzwischen 90 Prozent.

Außerdem baut das Unternehmen die weltgrößte Bogenoffset-Druckmaschine und investiert viel in digitale Drucktechniken. Das Geschäft mit Zeitungen und Zeitschriften ist mit der Medienkrise fast völlig zum Erliegen gekommen. Gefragt sind Druckmaschinen für Werbebroschüren und vor allem für Verpackungen aus Papier, Karton und aus Blech.

Corona lässt Nachfrage nach Druckmaschinen sinken

Doch die Kunden von Koenig & Bauer stehen allesamt in der Corona-Pandemie vor großen Unsicherheiten über ihre Geschäftserwartungen. Investitionen in zukünftige Umsätze wie die Anschaffung einer neuen Druckmaschine kommen daher für viele zurzeit nicht in Frage.

Nach der Finanzkrise konnte Koenig & Bauer sich rasch wieder erholen, weil es eine starke Nachfrage für Verpackungen gab. Wie es in der Corona-Krise nun weitergeht, ist dagegen noch völlig offen.

Erstmal keine Dividende für Aktionäre von Koenig & Bauer

Auf eine längere Wartezeit müssen sich auch die Aktionäre einstellen. Mit dem KfW-Kredit können sie auf absehbare Zeit keine Dividende mehr bekommen, weil der Staat das verbietet. Die Dividende für 2019 war im Frühjahr bereits gestrichen worden.

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