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Dringend gesucht: Klempner, Sanitär- und Klimatechniker | BR24

© dpa/pa

Fachdozent und Meisterschüler Installateure, Klempner, im SHK-Labor

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    Dringend gesucht: Klempner, Sanitär- und Klimatechniker

    Banken und Autoindustrie bauen eher Personal ab als auf, doch anderswo wird trotz Abkühlung der Konjunktur nach wie vor Nachwuchs gesucht. Derzeit gibt es in Deutschland über 50.000 Sanitär-, Heizungs-, und Klima-Betriebe, viele davon suchen Azubis.

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    Das Sanitär-Heizung-Klima Handwerk (SHK-Handwerk) beschäftigt in Deutschland rund 370.000 Menschen, davon rund 35.000 Auszubildende. Sie erwirtschafteten einen Umsatz von 44,6 Milliarden und der könnte noch höher liegen, wenn es genug Personal gäbe.

    Freie Termine? Mangelware

    Klempner, Sanitärinstallateure, Heizungs- und Klimatechniker sind die begehrtesten Berufe in Deutschland - zumindest aus Arbeitgebersicht. In keiner anderen Branche dauert es so lange, freie Stellen zu besetzen, wie aus einer neuen Analyse der Bundesagentur für Arbeit zu Fachkräfteengpässen hervorgeht. Demnach sind fast zwei Drittel aller freien Stellen in diesen Gewerken länger als drei Monate unbesetzt, und die durchschnittliche Vakanzzeit beträgt mittlerweile 200 Tage. An zweiter Stelle folgt die Altenpflege mit 199 Tagen Vakanzzeit vor Bodenlegern mit 185 Tagen.

    Weder Azubis noch Ausgebildete auf dem Markt

    Abgesehen vom Lehrlings- und Azubimangel fehlen auch Anwärter mit abgeschlossener Berufsausbildung: Bei Klempnern, Sanitär, Heizung und Klima haben im Schnitt 46 Arbeitslose die Wahl unter 100 freien Stellen. In der Altenpflege ist dieses Verhältnis noch ungünstiger für die Arbeitgeber: 27 zu 100.

    Insgesamt dokumentiert die Bundesagentur 30 Berufsgruppen, in denen besonders viele Fachkräfte fehlen. Mehr als 472.000 freie Stellen waren Ende Juli nur in diesen Branchen gemeldet. In absoluten Zahlen gab es mit 63.000 offenen Stellen den größten Mangel bei den fertigungstechnischen Berufen, dazu zählen unter anderem Industriemechaniker und Feinwerkmechaniker. An zweiter Stelle folgten die Gesundheitsberufe mit 61.000 Stellenangeboten.

    Lokführer, Pflegepersonal, Ärzte, Klempner gesucht

    Für die Bürger wird der Personalmangel nur in einzelnen Branchen spürbar, jedoch in wichtigen: So sind in diesem Sommer in Bayern reihenweise Züge ausgefallen, weil Lokführer fehlten. Bundesweit mehren sich die Meldungen über vorübergehende Stationsschließungen in Krankenhäusern, weil es an Krankenschwestern und -pflegern mangelt.

    Auch Ärzte werden allmählich zum knappen Gut, und zwar sowohl niedergelassene Hausärzte als auch Krankenhausmediziner. Ende Juli waren laut BA 2.539 freie Ärztestellen gemeldet, ein Anstieg von knapp 15 Prozent seit 2014. Hinzu kommen die fehlenden Hausärzte, die in der BA-Statistik nicht auftauchen: Schon 2017 waren nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin 2.600 freie Hausarzt-Praxen gemeldet, aktuellere Zahlen hat die KBV in ihren Gesundheitsdaten nicht publiziert.

    Da das Durchschnittsalter der niedergelassenen Ärzte laut KBV bei über 54 Jahren liegt - und gut ein Fünftel bereits den 60. Geburtstag hinter sich hat - fürchten Fachleute vor allem auf dem Land wachsende Probleme in der medizinischen Versorgung.

    Trendwende in Sicht?

    Der regionale Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit im Bereich Bayern ist im Juli im Vergleich zum Juni deutlich zurückgegangen. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern befindet sich damit auf hohem Niveau, wird aber merklich schwächer.

    „Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Bayern sinkt aktuell deutlich ab. Wir sehen das sowohl im Rückgang des Bestandes als auch am Rückgang der Neumeldungen der offenen Stellen. Der Rückgang fällt vor allem im Vorjahresvergleich deutlich aus. Im Juli 2018 erreichte der BA-X einen Spitzenwert von 266 Punkten. Dementsprechend deutlich ist der aktuelle Rückgang mit einem Minus von 17 Punkten.“ Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern

    Insgesamt entfallen in den letzten Monaten nahezu 30 Prozent der Stellenmeldungen auf die Zeitarbeit, wenn auch die Neumeldungen aus diesem Bereich kontinuierlich zurückgehen.