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Drastischer Anstieg der Kurzarbeit wegen Corona erwartet | BR24

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Kurzarbeit bei Schaeffler in Erlangen-Frauenaurach

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    Drastischer Anstieg der Kurzarbeit wegen Corona erwartet

    Die deutsche Industrie steht vor einem drastischen Anstieg der Kurzarbeit in den nächsten drei Monaten. Das zeigt eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts.

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    Von
    • Gabriel Wirth

    In den kommenden drei Monaten erwarten 25,6 Prozent der befragten Unternehmen Kurzarbeit. Dem Ifo-Institut nach ist das der höchste Wert seit 2010. Vor drei Monaten habe der Wert nur bei 15,3 Prozent gelegen. An der Umfrage haben 2.000 Industrieunternehmen teilgenommen.

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    Automobil-, Elektro- und Maschinenhersteller besonders betroffen

    Mit Quoten zwischen 30 und 40 Prozent überdurchschnittlich betroffen von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind die deutschen Schlüsselbranchen wie die Automobil- und die Elektroindustrie, sowie der Maschinenbau. Die bayerischen Unternehmen Audi, BMW und MAN sowie zahlreiche Zulieferer haben bereits Kurzarbeit angekündigt. Als weitere Beispiele von stark betroffenen Betrieben nennt das Ifo-Institut kleinere Branchen, wie die Metallerzeugung und -bearbeitung mit 49 Prozent, der sonstige Fahrzeugbau mit 43 Prozent, die Textilhersteller mit 41 Prozent, die Hersteller von Lederwaren und Schuhen mit 35 Prozent und die Hersteller von Metallerzeugnissen mit 27 Prozent.

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    Weniger von Kurzarbeit betroffen sind der Umfrage nach dagegen die Chemie-Branche mit 14 Prozent und die Ernährungsmittel-Industrie mit 6 Prozent.

    Kurzarbeit haben bereits 9,3 Prozent der Industriefirmen eingeführt. 15 Prozent der Hersteller elektrischer Ausrüstungen seien davon betroffen. Im Maschinenbau waren es den Angaben zufolge 14 Prozent, in der Automobilindustrie 11 Prozent.

    Regionale Unterschiede

    33 Prozent der Unternehmen in Baden-Württemberg gaben an, voraussichtlich Kurzarbeit einzuführen. In Sachsen und Nordrhein-Westfalen dürften demnach 30 Prozent betroffen sein, in Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen 29 Prozent, in Bayern 25 Prozent.

    "Das volle Ausmaß der Corona-Pandemie ist in all diesen Zahlen vermutlich noch nicht berücksichtigt, denn die meisten Antworten liefen ein bis Mitte März." Leiter der Ifo-Konjunkturumfragen Klaus Wohlrabe

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