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Doch keine Fusion zwischen Fiat und Renault | BR24

© dpa-Bildfunk/Richard Drew

Fiat zieht Fusionsangebot an Renault zurück

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Doch keine Fusion zwischen Fiat und Renault

Es wäre das drittgrößte Automobilunternehmen der Welt geworden: Fiat Chrysler und Renault. Aus den Fusionsplänen wird aber nichts. Denn der italienisch-amerikanische Autobauer hat sein Angebot an den französischen Konkurrenten zurückgezogen.

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Es hätte eine Mega-Hochzeit werden können. Hätten sich Fiat und Renault tatsächlich zusammengeschlossen, wäre daraus die Nummer drei im internationalen Ranking der Autobauer geworden. Jetzt hat Fiat allerdings die Reißleine gezogen.

Rückzieher aus heiterem Himmel

Die Pläne für einen Zusammenschluss waren schon weit gediehen. Man hatte sich bereits geeinigt, Teams zu bilden, die die Fusion vorbereiten sollten. Geplant war, dass beide Unternehmen jeweils die Hälfte der Anteile am neuen, großen Konzern halten sollten.

In den vergangenen Tagen häuften sich allerdings die Bedenken von Fiat. Als Grund nennt der italienisch-amerikanische Autobauer das politische Klima in Frankreich: Es würde einen Erfolg der Fusion verhindern, heißt es in einer Mitteilung vom späten Mittwochabend.

"Es ist klar geworden, dass derzeit die politischen Konditionen in Frankreich nicht vorhanden sind, damit solch eine Kombination erfolgreich vonstatten gehen kann." Aus der Mitteilung von Fiat

Skepsis in französischer Regierung

Tatsächlich wäre die französische Regierung indirekt mit von der Partie gewesen: Sie hält 15 Prozent der Anteile an Renault. Einer Fusion stand sie zwar aufgeschlossen gegenüber. Allerdings betonte sie auch, der Zusammenschluss dürfe nicht überstürzt werden. Erst müsse man die Bedingungen genauer prüfen, auch mit Blick auf die Mitarbeiter.

"Lasst euch Zeit, das richtig zu machen", hatte der französische Finanzminister Bruno Le Maire am Mittwoch im Fernsehsender BFM gesagt. "Wir wollen die Fusion, aber wir wollen sie nicht zu allen Bedingungen."

Unter anderem hatte die Regierung in Paris verlangt, der Sitz des künftigen Großkonzerns müsse in Frankreich liegen.

Was hätte die Fusion gebracht?

Ende Mai hatte Fiat Renault den Zusammenschluss offiziell vorgeschlagen. Wäre es dazu gekommen, hätten beide Unternehmen Milliarden einsparen können, zum Beispiel beim Einkauf. Außerdem hätten die Hersteller künftig gemeinsam an der Entwicklung von selbstfahrenden Autos und Elektrofahrzeugen arbeiten können.

Unklar war freilich auch, wie sich die Fusion auf die ohnehin schon angespannte Allianz zwischen Renault und seinem japanischen Partner Nissan ausgewirkt hätte. Eine Stellungnahme von Nissan gibt es bisher nicht.