BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Diskussion über Kaufprämie für Verbrenner | BR24

© BR/Ole Spata

Volkswagen Neuwagen stehen in einem Autoturm in der Autostadt Wolfsburg.

5
Per Mail sharen

    Diskussion über Kaufprämie für Verbrenner

    Heute diskutiert die Bundesregierung über das 80-Milliarden-Euro-Konjunkturpaket, das die Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft abfedern soll. Ein Streitpunkt ist eine mögliche Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotoren.

    5
    Per Mail sharen

    Der Umsatz der Automobilindustrie soll nach den Einbußen durch die Corona-Krise wieder angekurbelt werden. Darin sind sich Union und SPD einig. Ob Kaufprämien auch für Autos mit Benzin- oder Dieselmotor die richtige Maßnahme sind, bleibt politisch aber umstritten. Die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sprachen sich dafür aus, dass eine Kaufprämie aussschließlich für Elektroautos gezahlt werden soll. Die bereits bestehende "Umweltprämie" von 6.000 Euro für den Kauf eines rein batteriebetriebenen Fahrzeuge würde durch eine neue Kaufprämie aufgestockt.

    In CDU und CSU gibt es dagegen Stimmen, die eine gestaffelte Prämie favorisieren, von der Käufer von umweltfreundlichen Autos zwar besonders profitieren sollen, mit der im Endeffekt aber auch Autos mit Verbrennungsmotoren gefördert werden sollen. Die Unions-Bundestagsfraktion wiederum sieht Kaufprämien generell kritisch. Auch von anderer Seite kommt Kritik.

    Verbraucherschützer sehen Bumerang-Effekt

    Der Verbraucherzentrale Bundesverband warnt vor einem Bumerang-Effekt für die Kunden. Wer sich jetzt mit Staatshilfe einen Wagen mit Benzin- oder Dieselmotor kaufe, könnte später das Nachsehen haben, da Klimaschutz und CO2-Ausstoß in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. "Unter anderem dürfte Benzin teurer werden und die Kfz-Steuer ökologisiert werden", so der Verband. Für Besitzer von Verbrennern könnte das langfristig große Nachteile mit sich bringen.

    Ökonomen erwarten nur ein Strohfeuer

    Die Ökonomen des Münchner ifo Instituts warnen vor grundsätzlich zu hohen Erwartungen an eine Kaufprämie von Autos. Das Institut bezieht sich dabei auf die Auswertungen der Abwrackprämie während der Finanzkrise 2008/2009. Zwar habe die finanzielle Förderung damals die Autoverkäufe kurzfristig angekurbelt, mittelfristig aber habe sie kaum zu einem höheren Absatz an Fahrzeugen geführt. Die Studie zeige, dass es sich bei dem anfänglichen Aufschwung hauptsächlich um Autokäufe handelte, die langfristig von den Verbrauchern ohnehin geplant waren. Die Prämie führte nur dazu, dass der Kauf vorgezogen wurde. Zudem könne eine Kaufprämie andere Branchen schaden, da Verbrauchern nach einem Autokauf oft das Geld fehlt für andere größere Anschaffungen.

    Umweltschützer gegen Kaufprämie

    Umweltschützer veranstalten Aktionen gegen eine Kaufprämie. Rund 100 Aktivisten von "Fridays for Future" versammelten sich heute in Nürnberg. In Berlin war am Nachmittag eine kilometerlange Menschenkette geplant. Der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub VCD fordert anstelle einer Unterstützung beim Autokauf eine Prämie für umweltfreundliche Mobilität mit Bus, Bahn und Fahrrad. Die Auto-Kaufprämie würde weder Wirtschaft noch Umwelt helfen, so der Verband.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!