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"Dimension der Finanzkrise": Ifo-Chef Fuest über Corona | BR24

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Zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise gibt Clemens Fuest vom Münchner ifo-Institut eine Einschätzung.

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"Dimension der Finanzkrise": Ifo-Chef Fuest über Corona

Ifo-Chef Clemens Fuest warnt vor den ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie. "Wir haben ein gewaltiges Problem", sagte er im BR-Interview. Eine Staatsschuldenkrise sei nicht auszuschließen.

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Wenn die Autoindustrie die Produktion in Deutschland insgesamt für einen Monat stilllegt, bedeute das vier Prozent Wachstumsverlust. Das hat Clemens Fuest, der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, im Rundschau Magazin im BR Fernsehen prognostiziert.

"Wir haben eine Krise von der Dimension der Finanzkrise. Man wird sich vielleicht ein bisschen schneller erholen können, weil man nicht diese Schuldenberge hat. Aber wir haben ein gewaltiges Problem." Clemens Fuest, Präsident des Münchner Ifo-Instituts

Eine Staatsschuldenkrise sei nicht ganz auszuschließen, so Fuest. Vor allen in den schwächeren Ländern, den hochverschuldeten Ländern in Europa, würden die Schulden jetzt weiterwachsen. Italien werde die Krise besonders stark zu spüren bekommen. Man müsse darauf achten, dass sich die Investoren dort nicht verabschiedeten.

Insolvenzen mit Liquiditätshilfen vermeiden

Fuest zufolge ist es besonders wichtig, die Phase des Einfrierens der Wirtschaft so zu gestalten, dass man am anderen Ende ohne große Insolvenzen herauskomme. Es brauche also Liquiditätshilfen für Unternehmen und Hilfen für die Menschen, die keine Einnahmen haben, das seien die beiden Schwerpunkte.

"Die Liquiditätshilfen muss man so gestalten, dass vor allem die mittelständischen Unternehmen erreicht werden und die kleinen Unternehmen, denn die haben es am schwersten, die haben in der Regel nicht die großen Reserven. Im Prinzip ist das aber der richtige Weg", so Fuest im BR Fernsehen.

Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung

Fuest zufolge ist Bayern dazu in der Lage, sich stark zu verschulden, weil man in den letzten Jahren Schulden abgebaut habe. Für dieses Jahr prognostiziert der Ifo-Präsident niedriges Wachstum, steigende Arbeitslosigkeit, eventuell auch Negativwachstum:

"Aber es könnte im Jahr danach dann wieder aufwärts gehen. Das setzt allerdings voraus, dass wir uns jetzt in der Krise richtig verhalten, die richtigen Maßnahmen ergreifen, dann kommen wir noch einmal mit einem blauen Auge davon. Aber durch dieses Tal müssen wir jetzt erstmal." Clemens Fuest