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DIHK sieht Patientenversorgung in Gefahr | BR24

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OP-Saal, Krankenhaus

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    DIHK sieht Patientenversorgung in Gefahr

    Die medizinische Versorgung mit innovativen Medizinprodukten ist laut DIHK durch eine neue europaweite Bestimmung in Gefahr. Jedes dritte Unternehmen sehe durch die neue EU-Verordnung seine Existenz als gefährdet an.

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    Die medizinische Versorgung mit innovativen Medizinprodukten ist in Deutschland zunehmend gefährdet - das ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) und des Industrieverbandes SPECTARIS unter Medizintechnik-Unternehmen. Die meisten Betriebe, die sich an der Umfrage beteiligten, kamen aus Baden-Württemberg (32 Prozent) und Bayern (17,5 Prozent) - davon rund neun Prozent aus Mittelfranken.

    Neue EU-Verordnung EU-MDR

    Von der Verordnung sind mehrere hunderttausend Medizinprodukte in Deutschland betroffen, vom künstlichen Hüftgelenk, dem Röntgengerät, dem Operationsbesteck bis hin zum CT-Gerät und Herzschrittmacher. Nach der EU-Verordnung müssen bis Mai 2020 alle Medizinprodukte neu zertifiziert werden, auch wenn sie bereits jahrelang auf dem Markt vertrieben worden sind.

    Nach dem Ergebnis der DIHK-Umfrage rechnen 80 Prozent der in diesem Bereich tätigen Unternehmen mit erheblichen Schwierigkeiten, auch zukünftig neue Medizinprodukte auf dem Markt zu bringen. Fast drei Viertel aller 320 bundesweit befragten Unternehmen gaben an, dass sie Kostensteigerungen beim Marktzugang erwarten. Mit der neuen Verordnung soll eine Harmonisierung der Prüfungsverfahren innerhalb der EU erfolgen.

    Noch keine einzige Zertifizierungsstelle zugelassen

    Ein großes Problem bei der Umsetzung ist, dass noch immer keine Zertifizierungsstelle für Medizinprodukte vorhanden ist, da diese selbst erst noch überprüft werden müssen. Zwar sei das Ziel der EU-Verordnungen, für sichere und verlässliche Medizinprodukte zu sorgen, richtig und wichtig, erklärt die DIHK. Schärfere Verordnungen dürften aber nicht den medizinischen Fortschritt gefährden. Kamen die neuen EU-Verordnungen zur Anwendung, könnten lebenswichtige Nischenprodukte – wie etwa Medizinprodukte für Kinder – womöglich nicht mehr wirtschaftlich produziert werden, warnt Achim Dercks vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag.