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Digitalisierung und Algorithmen: Geht uns die Arbeit aus? | BR24

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Jeder Dritte befürchtet, wegen Künstlicher Intelligenz seinen Job zu verlieren. Sind die Ängste begründet? Positive Stimmen blicken viel gelassener auf Algorithmen - und sehen sie als große Chance für die Arbeit der Zukunft.

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Digitalisierung und Algorithmen: Geht uns die Arbeit aus?

Jeder Dritte befürchtet, wegen Künstlicher Intelligenz seinen Job zu verlieren. Sind die Ängste begründet? Positive Stimmen blicken viel gelassener auf Algorithmen - und sehen sie als große Chance für die Arbeit der Zukunft.

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1100 Autos, jeden Tag. Das BMW-Werk in Regensburg gilt als eine der modernsten Fabriken der Welt. Der Mensch - Hand in Hand mit Maschine.

Wenn das Fließband stockt, kostet das bares Geld. Klingelt bei Instandhalterin Simone Bernhard das Telefon, stimmt irgendwo der Ablauf nicht. Sie steht dann unter Druck, den Fehler so schnell wie möglich zu finden. "Wenn wir Fehler nicht finden, dann steht die Anlage", sagt sie. Zumindest in den meisten Fällen sei das die Konsequenz.

Mehr Qualität durch Algorithmen?

Bei BMW setzt man Künstliche Intelligenz ein, um Fehlern vorherzubeugen. Die Maschinen kommunizieren ihre Temperatur oder den Energieverbrauch. Algorithmen werten dies aus und berechnen, wann welche Maschine voraussichtlich bald schwächelt. Damit will man die Stillstände um 90 Prozent reduzieren. Josef Schmidbauer ist Leiter der Montage-Instandhaltung. Er blickt positiv auf technische und logistische Möglichkeiten durch Algorithmen:

"Es erleichtert mir den Job, die Konzentration ist einfacher. Ich habe weniger Stress und ich habe mehr Erfolg, weil meine Reparatur ohne zusätzlichen Fehler durchgeführt ist." Josef Schmidbauer, Leiter Instandhaltung Montage bei BMW

Maschinen entlasten, aber kosten auch Arbeitsplätze. Sogar bei Berufen, die weniger technisch gelagert sind und als nicht automatisierbar gelten. Beispiel: Juristen.

Prognose: 1,5 Millionen wegfallende Jobs sollen durch neue ersetzt werden

In München arbeitet Anwalt Stefan Schicker bereits mit Künstlicher Intelligenz. Er entwickelt Entscheidungsbäume, die für Kunden Varianten komplexer Verträge errechnen.

Das eher monotone Arbeiten dauert für Menschen normalerweise Stunden, ein guter Algorithmus macht das in Sekunden. Und der Anwalt der Zukunft? Wird nur bestehen, wenn er sich weiterbildet in diesen Technologien.

"Gerade jetzt besteht eine große Chance zu sagen: Wenn ich diesen technischen Grundverstand mitbringe und wenn ich diese Projektmanagement-Fähigkeit mitbringe, dass ich als Jurist extrem gefragt sein kann." Stefan Schicker, SKW Schwarz Rechtsanwälte

Im Jahr 2025 könnten 1,5 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland wegen des digitalen Wandels wegfallen und gleichzeitig ähnlich viele neue entstehen, die man heute noch nicht kennt. So zumindest lautet eine Rechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Auch IG Metall betont Chancen durch Wandel

Auch die IG Metall wertet den digitalen Wandel als Chance. Aber nur, wenn es nicht ums Wegrationalisieren von Arbeitsplätzen geht: Entscheidend sei vielmehr, dass das Wissen der Mitarbeiter als eigentliches Kapital eines Unternehmens erkannt wird.