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Digitalisierung: Beamtenbund-Chef warnt vor Steinzeit 3.0 | BR24

© picture-alliance/Geisler-Fotopress/Christoph Hardt

Ulrich Silberbach, Chef des Beamtenbundes

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Digitalisierung: Beamtenbund-Chef warnt vor Steinzeit 3.0

Was bringt die Digitalisierung im öffentlichen Dienst mit sich? Ulrich Silberbach, Chef des Beamtenbundes, rät im Interview der Woche auf B5 aktuell, in Zukunft nicht allein auf künstliche Intelligenz zu setzen.

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Deutschland ist nach Meinung von Ulrich Silberbach, Chef des Deutschen Beamtenbundes (DBB) in puncto digitale Verwaltung nach wie vor ein Entwicklungsland.

"Jede Bürgerin und jeder Bürger, die heute in eine Verwaltung kommen, haben doch kein Verständnis dafür, dass sie mit ihrem Handy die halbe Welt bewegen können, aber es nicht schaffen, eine normale Dienstleistung digital abzuhandeln." Ulrich Silberbach, DBB

Das Onlinezugangsgesetz der Regierung sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber es brauche zu viel Zeit und das sei für die Wirtschaft katastrophal. Der Chef des Beamtenbundes mit rund 1,3 Millionen Mitgliedern fordert eine geeignete und vor allem eine bundeseinheitliche Technik.

Warnung vor "Steinzeit 3.0"

"Hier müssen wir uns straighter in die digitale Zeit bringen, sonst landen wir in der Steinzeit 3.0“, so Silberbach. Dem Beamtenbund ist auch mehr Weiterbildung für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ein Anliegen. Dafür fehle oft das Geld.

Grenzen der künstlichen Intelligenz

Aus Sicht von Silberbach hat der Einsatz von Künstlicher Intelligenz aber auch Grenzen. Dann nämlich, wenn bei Entscheidungen das Ermessen des jeweiligen Sachbearbeiters gefragt ist.

"Wenn ich ein betagter Mitbürger bin, und hab‘ ein soziales Problem, dann möchte ich von Mensch zu Mensch reden. Dann will ich, dass ich mein Problem schildern kann und ich will eine Lösung auch mit demjenigen erarbeiten. Das kann die Maschine nicht, die kann mir Hilfestellung geben bei der Entscheidung, aber sie darf niemals die Entscheidung treffen." Ulrich Silberbach

Das muss laut Silberbach auch in Zukunft gewährleistet sein, ansonsten habe der Staat verloren. Der Einsatz von Algorithmen könnte den öffentlichen Dienst aber bei Routinearbeiten entlasten. Dann bliebe mehr Zeit, um Bürgerinnen und Bürger im Gesetzes- und Vorschriftendschungel zu beraten.