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Digitalisierung & Homeoffice: Mehr Chancen – aber nicht für alle | BR24

© BR/Felix Lincke
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Julian Stratenschulte

Arbeitnehmer in Deutschland halten ihren Arbeitsplatz für vergleichsweise sicher. Das hat eine Studie der Unternehmensberatung PwC zu Ängsten und Hoffnungen im Job ergeben. Von künftig mehr Homeoffice hält man hierzulande aber weniger als woanders.

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Digitalisierung & Homeoffice: Mehr Chancen – aber nicht für alle

Arbeitnehmer in Deutschland halten ihren Arbeitsplatz für vergleichsweise sicher. Das hat eine Studie der Unternehmensberatung PwC zu Ängsten und Hoffnungen im Job ergeben. Von künftig mehr Homeoffice hält man hierzulande aber weniger als woanders.

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Von
  • Felix Lincke

Durch Corona hat sich die Digitalisierung in vielen Bereichen beschleunigt. Auch in der Arbeitswelt vollzieht sich der Wandel nun schneller. Das löst positive Erwartungen und negative Befürchtungen aus. Zu diesen Hoffnungen und Ängsten hat das Beratungsunternehmen PwC eine weltweite Befragung in 20 Ländern durchgeführt. Deutsche Arbeitnehmer sehen ihre Jobs dabei als vergleichsweise sicher an.

Deutsche bangen seltener um Arbeitsplatz

Weltweit blickt etwa die Hälfte der arbeitenden Menschen positiv nach vorn – trotz der aktuellen Corona-Krise. Knapp 40 Prozent erwarteten in der PwC-Studie "Hopes and Fears" aber, dass ihr eigener Job durch die Digitalisierung wegfällt, die sich in der Krise beschleunigt hat.

In Deutschland sind diese Zahlen etwas besser. Der Wandel der Arbeitswelt ist zwar überdurchschnittlich stark. Aber nur 22 Prozent der Befragten befürchteten, dass sie in den nächsten fünf Jahren um ihren Arbeitsplatz bangen müssen. Nur in Großbritannien fühlten sich die Beschäftigten noch sicherer.

Angst um Zukunftsaussichten der Kinder

Grundsätzlich begrüßt auch in Deutschland eine Mehrheit die neuen Technologien und sieht vor allem sich selbst dadurch gefordert. Ein Drittel der deutschen Teilnehmer gaben an, ihre digitalen Fähigkeiten seien für die Arbeit nicht ausreichend.

Für die eigenen Kinder gibt es wie in anderen europäischen Ländern eher Bedenken, was ihre Zukunft angeht. Für die nächste Generation könnten die Aussichten schlechter sein. Mehr Optimismus zeigen die Menschen in China, Indien oder den USA. Die größten Pessimisten sind Japaner und Japanerinnen.

Wunsch nach mehr "Fern"-Office

Bei der Frage, wie künftig ein idealer Arbeitsplatz aussehen sollte, sprachen sich fast drei Viertel aller Teilnehmer weltweit für eine Mischung zwischen Präsenz im Büro und mobilen Tätigkeiten auch von zu Hause aus.

Mehr als 40 Prozent sind auch in Deutschland dafür, ihre Arbeit zum Teil im Homeoffice zu erledigen. Das sind immer noch mehr als in anderen europäischen Ländern. In den USA und in Asien überwiegt dagegen der Wunsch, aus der Ferne zu arbeiten. Dort wären sogar 44 Prozent bereit, sich dafür im Homeoffice vom Arbeitgeber überwachen zu lassen.

Deutschland kein Vorreiter beim Homeoffice

Infolge der Corona-Pandemie hat sich das Homeoffice international etabliert. 45 Prozent der Beschäftigten erledigen ihre Arbeit wegen Covid-19 von zu Hause aus. In Deutschland ist dieser Anteil geringer, weil Unternehmen und Beschäftigte keine harte Verpflichtung zur Telearbeit haben.

In den USA und in Großbritannien ist das anders: Dort hat der Staat viele Büros faktisch geschlossen. Die Präsenz in den Büroräumen lag dort im ersten Corona-Jahr 2020 nur noch bei zehn Prozent. In Deutschland waren die Büros dagegen immer noch zu 30 Prozent ausgelastet.

Vor allem ältere Arbeitnehmer wünschen sich hierzulande so schnell wie möglich, an ihren alten Arbeitsplatz zurückzukehren. Viele deutsche Unternehmen wollen die Regelungen fürs Homeoffice nach der Pandemie auch wieder abschaffen. Im internationalen Vergleich wollen dagegen lediglich neun Prozent der Beschäftigten wieder zurück zu den Verhältnissen wie vor Corona, das sind deutlich weniger als bei uns.

Bleibende Veränderungen der Arbeitswelt durch Corona

Zusammenfassend kann man aufgrund der PwC-Studie "Hopes and Fears" sagen, dass Corona heute schon die Arbeitswelt für immer verändert hat. Vor allem in anderen Ländern wie in Asien oder den USA wollen weder die Unternehmen noch die Beschäftigten eine Rückkehr zu den alten Arbeitsweisen von vor der Pandemie.

PwC hatte dazu 32.517 Erwerbstätige, Arbeitssuchende und Studierende online befragt, 2001 davon in Deutschland.

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