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Auch Bosch muss im Dieselskandal hohe Strafe zahlen | BR24

© BR / Katha Jansen

Bosch zahlt im Dieselskandal 90 Millionen Euro Bußgeld

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Auch Bosch muss im Dieselskandal hohe Strafe zahlen

Der Autozulieferer Bosch hat ein Bußgeld in Höhe von 90 Millionen Euro aufgebrummt bekommen. Damit sollen Vergehen im Rahmen des Dieselskandals geahndet werden. Der Zulieferer kommt damit deutlich glimpflicher davon als VW und Audi.

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Weil auch Bosch in den Dieselskandal von Volkswagen verwickelt ist, muss der Zulieferer jetzt 90 Millionen Euro Strafe zahlen. Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart mitteilte, wurde das Bußgeld wegen "fahrlässiger Verletzung der Aufsichtspflicht" verhängt. Bosch habe dabei auf Rechtsmittel verzichtet. Das Geld werde binnen sechs Wochen an das Land Baden-Württemberg gezahlt. Das Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen das Unternehmen sei damit abgeschlossen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Das Bußgeld hat zwei Bestandteile: einer Strafe in Höhe von zwei Millionen Euro und der Abschöpfung des nicht rechtmäßigen Gewinns (88 Millionen Euro).

Bosch lieferte die Motorsteuerungen

Bosch hat dem VW-Konzern die Motorsteuerungen geliefert, mit deren Software der Autobauer dann die Abgasreinigung von zahlreichen Dieselmotoren manipulierte. Das führte laut Staatsanwaltschaft dazu, dass die jeweiligen Fahrzeuge mehr Stickoxide ausstießen als zulässig. Die Staatsanwaltschaft geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Initiative für Integration und Ausgestaltung jeweils von Mitarbeitern der Automobilhersteller ausging. Die Ermittlungen gegen Bosch-Mitarbeiter gehen aber dennoch weiter.

Insgesamt soll Bosch seit 2008 rund 17 Millionen Motorsteuer- und Dosiersteuergeräte an verschiedene Autohersteller ausgeliefert haben, "deren Software teilweise unzulässige Strategien enthielt", so die Staatsanwaltschaft.

Strafe bei VW, Audi und Porsche höher

Bei Volkswagen und Audi fielen die Bußgelder deutlich höher aus, da dort mit den Autos wesentlich mehr Gewinn gemacht wurde.

Volkswagen hatte im September 2015 nach Ermittlungen von US-Behörden eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. In Deutschland waren fast drei Millionen Autos betroffen. Die Software drückte den Schadstoffausstoß bei Emissionstests, damit dieser niedriger erschien.

Insgesamt musste der Konzern deswegen weltweit schon mehr als 30 Milliarden Euro an Strafen und für Vergleiche mit Kunden bezahlen - vor allem in den USA. In Deutschland zahlte VW eine Milliarde Euro Bußgeld, die Tochter Audi 800 Millionen Euro. Anfang Mai teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit, dass die VW-Tochter Porsche 535 Millionen Euro Bußgeld akzeptierte.