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Dieselskandal: Auch ausländische Hersteller sind gefordert | BR24

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Nach jahrelangen Diskussionen sollen Einwohner und Diesel-Besitzer Klarheit über neue Gegenmaßnahmen bekommen. Vor einem Treffen der Spitzen von Union und SPD am Abend in Berlin wurde unter hohem Einigungsdruck weiter über einen Kompromiss gerungen.

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Dieselskandal: Auch ausländische Hersteller sind gefordert

Auf dem Koalitionsgipfel in Berlin ging es darum, ob und in welchem Umfang die deutschen Autohersteller zu Hardware-Nachrüstungen verpflichtet werden können. Doch was ist eigentlich mit den ausländischen Herstellern?

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Jeder dritte in 2018 verkaufte Diesel-PKW auf dem deutschen Markt stammt von ausländischen Automobilherstellern (32,4 Prozent). Ausländische Spitzenreiter in der von deutschen Marken dominierten Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes sind dabei Peugoet/Citroen/Opel (8,5 Prozent), Ford (7 Prozent), Renault/Dacia (3,5 Prozent) und Volvo (2,3 Prozent).

Forderung: Ausländische Hersteller sollen Beitrag leisten

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte auch deshalb vor kurzem, ohne konkreter zu werden, die ausländischen Hersteller aufgefordert, ihren Beitrag in der Diesel-Debatte zu leisten. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte im Februar eine Beteiligung ausländischer Hersteller am Diesel-Fonds für saubere Luft in den Städten gefordert.

Ausländische Hersteller mit besonders hohen Werten

Vor einem Jahr hatten laut ADAC ausländische Hersteller bei Euro-6-Dieselfahrzeugen noch besonders hohe Werte beim Ausstoß von Stickoxiden – sie lagen zum Teil weit vor den in die Kritik geratenen deutschen Herstellern. Die ADAC-Ergebnisse sind allerdings von den ausländischen Herstellern kritisiert worden - wegen der gewählten Methodik und der Angabe von Durchschnittswerten. Zudem ist der Gesamtausstoß an Stickoxiden vorrangig ein Masse-Problem deutscher Hersteller, da gut zwei Drittel der in Deutschland zugelassenen Dieselfahrzeuge deutsche Marken sind.

Bei neuen Fahrzeugen schneiden ausländische Hersteller gut ab

Mittlerweile haben neue ADAC-Tests bei ausländischen Marken mit der Abgasnorm Euro 6d-Temp ein besseres Bild ergeben. Volvo, Hyundai-Kia, Peugeot und Land-Rover hielten die Grenzwerte ein oder lagen deutlich darunter. Laut ADAC sollten sowohl sämtliche In- und ausländische Hersteller zumindest eine Euro-5-Nachrüstung anbieten, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist. Technische Schwierigkeiten, wie verfügbarer Bauraum, stellen sich unter anderem bei Kleinwagen, die zum Kerngeschäft ausländischer Hersteller gehören.

BR Recherche: Volvo will Hardware-Nachrüstung anbieten

Ein ausländischer Konzern geht nun voran. Nach Informationen von BR Recherche und dem Spiegel hat Volvo für seine Kunden eine Nachrüstung entwickelt. Das Unternehmen plant offenbar, Kunden, die eine Diesel-Variante des Geländewagens XC60 fahren, eine Hardwarenachrüstung anzubieten.