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Wachturm der Justizvollzugsanstalt München Stadelheim.

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Diesel-Prozess: Stadler-Vertrauter erklärt Erinnerungslücken

Im Münchner Prozess gegen den Ex-Audi-Chef Rupert Stadler ist dessen ehemaliger Assistent, Oliver Hoffmann, als Zeuge geladen. Vor Gericht gab er an, dass er sich nicht erinnere, von einem möglichen Diesel-Skandal gewusst zu haben.

Von
Gabriel WirthGabriel Wirth
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Eigentlich gibt es aktuell viel zu tun für Audi-Entwicklungsvorstand Oliver Hoffmann. Die Zukunft von Audi planen, denn der Automobilhersteller blickt weit nach vorne, vor allem bei die Elektrifizierung der Flotte. Daneben macht den Ingolstädtern der Halbleitermangel zu schaffen, so wie anderen Autoherstellern auch.

Heute allerdings ging es in München vor dem Oberlandesgericht um die Vergangenheit: Hoffmann war als Zeuge im Audi-Dieselverfahren gegen seinen früheren Chef Rupert Stadler und drei mitangeklagte Motorenentwickler geladen.

Mitwissenschaft von Stadler weiterhin unklar

Stadler wird unter anderem versuchter Betrug vorgeworfen. Er soll den Verkauf betroffener Fahrzeuge in Europa damals nicht unterbunden haben, obwohl er ab September 2015 gewusst haben soll, dass es auch in Audi-Motoren illegale Abgasabschaltungen gab. Stadler bestreitet die Vorwürfe.

Der Prozess läuft seit September 2020. Bisher, in den vergangenen 86 Verhandlungstagen, war es vor allem um technische Fragen gegangen. Heute hatte sich das Gericht von der Befragung von Hoffmann Informationen darüber erhofft, was der ehemalige Audi-Chef Stadler von den illegalen Diesel-Einrichtungen gewusst haben könnte.

Ehemaliger Assistent erinnert sich nicht

Denn der heutige Audi-Entwicklungsvorstand Hoffmann war von 2012 bis 2014 der persönliche Assistent von Stadler, in den Jahren also, in denen die illegalen Abschalteinrichtungen in die Audi-Diesel-Motoren eingebaut worden sein sollen. Doch Hoffmann will damals nichts Kritisches mitbekommen haben.

Auf Fragen von Richter Stefan Weikert zu Treffen oder Gesprächen, die Hoffmann in der Zeit als Stadlers Assistent oder später als Chef der Antriebsentwicklung geführt habe, antwortete Hoffmann, er könne sich nicht erinnern. An einer Stelle platzte Richter Weikert der Kragen: "An so ein Gespräch keine Erinnerung? Es könnte der Verdacht aufkommen, dass Sie das nicht sagen wollen."

Das Gericht schien an den Aussagen des heutigen Entwicklungsvorstands auch deswegen erhebliche Zweifel zu haben, weil ihm E-Mails und diverser Whatsapp-Nachrichten vorlagen sowie ein Gutachten, das Hoffmann damals in Auftrag gegeben hatte. Zeitweise gewann die Zeugenbefragung deutlich an Schärfe. Doch Hoffmann blieb bei seiner Darstellung.

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