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Die Rente richtig berechnen: Wie viel bekomme ich im Alter? | BR24

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Augen auf bei der Rentenberechnung: Fehler gehen oft zu Lasten der Versicherten

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    Die Rente richtig berechnen: Wie viel bekomme ich im Alter?

    Viele Menschen haben nur eine schemenhafte Vorstellung, wie hoch ihre Rente einmal ausfallen wird. Für mehr Klarheit soll die jährliche Renteninformation der Rentenkassen sorgen. Ein vollständiges Bild bietet sie nicht - aber eine Orientierung.

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    Für viele Menschen wird im Alter die gesetzliche Rente die wichtigste Lebensgrundlage sein. Über Jahrzehnte haben sie dafür in der Regel, zusammen mit ihren Arbeitgebern, hohe Summen einbezahlt. In der regelmäßig zugeschickten Renteninformation gibt es zentrale Angaben darüber, wie hoch die Rente einmal ausfallen könnte.

    Drei wichtige Kennzahlen in der Renteninformation

    Die Renteninformation soll knapp und übersichtlich sein, sie umfasst nur zwei Seiten. Die wichtigsten Zahlen sind in einem Kasten auf der ersten Seite abgedruckt.

    An erster Stelle steht, wie hoch eine Erwerbsminderungsrente aktuell ausfallen würde. Der Rentenberater Thomas Büttner von der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd weist aber darauf hin, dass diese Rente nur gezahlt wird, wenn jemand gesundheitlich so eingeschränkt ist, dass sich auf dem Arbeitsmarkt überhaupt nichts mehr finden lässt. "Einen Berufsschutz gibt es seit dem Jahr 2001 nicht mehr", erklärt Büttner. Deswegen empfehlen Verbraucherschützer, sich gegen das Risiko einer Berufsunfähigkeit privat abzusichern.

    Aktuelle Höhe der Rentenansprüche

    Aus der zweiten Ziffer lässt sich ablesen, wie hoch die Ansprüche zu dem Zeitpunkt sind, zu dem die Renteninformation verschickt wird. Diese Zahl kann vor allem für Menschen interessant sein, die beispielsweise überlegen, sich selbständig zu machen. Denn dieser Anspruch bleibt in jedem Fall erhalten, auch wenn jemand – etwa als Selbständiger – nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt.

    Zu erwartende Ansprüche aus der gesetzlichen Rente

    Die dritte Zahl im Kasten der Renteninformation ist für viele Versicherte die interessanteste: Sie gibt an, wie hoch die monatliche Rente sein dürfte, die man im Alter erwarten kann. Der Rentenberater Büttner schränkt aber ein, dass sich diese Zahl durch Gesetzesänderungen verändern kann. Aber sie komme ziemlich nahe an das heran, was ab dem Renteneintritt monatlich überwiesen wird.

    "Die Renteninformation soll einem ein Gefühl dafür geben: Was bringen mir meine jährlichen Einzahlungen, womit kann ich in etwa rechnen? Und dann soll man aufgrund dieser Beträge für sich einen möglichen zusätzlichen Vorsorgebedarf in Erfahrung bringen." Thomas Büttner, Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

    Rentenversicherung gibt verschiedene Szenarien an

    Die Renten werden jedes Jahr angepasst, je nachdem, wie sich die Löhne der Berufstätigen entwickeln. In den vergangenen Jahren sind die Renten meistens gestiegen, ein Absinken der Zahlbeträge ist gesetzlich ausgeschlossen.

    Die Renteninformation zeigt deshalb zwei Rechenbeispiele, wie weit der tatsächliche Zahlbetrag bis zum Renteneintritt steigen könnte: Mit einem Steigerungssatz von einem Prozent und mit einem Steigerungssatz von zwei Prozent. Diese Bandbreite sei über einen längeren Zeitraum durchaus realistisch, meint der Rentenberater Thomas Büttner.

    Inflation, Steuer, Krankenversicherung bei der Rente

    Die Rentenversicherung weist in ihrem Informationsschreiben auch darauf hin, dass die Kaufkraft durch steigende Lebenshaltungskosten geschmälert wird. Sie entwirft auf der zweiten Seite des Info-Briefes ein entsprechendes Rechenbeispiel, das die Zahl der Jahre bis zum Renteneintritt mit berücksichtigt.

    Außerdem müssen die Versicherten einkalkulieren, dass sie von ihrer Rente in vielen Fällen Steuern abführen müssen, sowie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

    Interaktiver Online-Rechner zu Abzügen auf die Rente

    Der Bayerische Rundfunk hat einen "Rentenrechner" programmiert, der eine unverbindliche Orientierung gibt, wie hoch die Abzüge für Steuern und Krankenversicherung in etwa ausfallen:

    Selbst aktiv werden und Beratung suchen

    Die gesetzlichen Rentenversicherer bieten auch individuelle Beratungsgespräche an, um abzuschätzen, wie groß eine mögliche Versorgungslücke im Alter aussehen könnte. Dabei gehen sie mit den Versicherten durch, welche Einkünfte sie aus andere Quellen, wie etwa Betriebsrenten oder privater Vorsorge erwarten können. Und was sie gegebenenfalls noch unternehmen sollten, um gut abgesichert zu sein.

    Entsprechende Telefonnummern und ausführliche Informationen dazu, wie die Renteninformation zu lesen ist, finden sich in einer online abrufbaren Broschüre der Rentenkassen.

    Was ist mit der Frührente?

    Die Renteninformation stellt vor allem die Zahlungen ab dem Eintritt in die sogenannte "Regelaltersrente" in den Mittelpunkt, also meistens ab dem 67. Lebensjahr. Aber viele Versicherte interessieren sich auch dafür, was sie erwarten können, wenn sie vorzeitig in Rente gehen, und dafür bestimmte Abschläge in Kauf nehmen. Auskünfte darüber müsse jeder selbst bei den Rentenkassen erfragen, erklärt der Rentenberater Thomas Büttner.

    Rechtzeitig den Versicherungsverlauf prüfen

    An die erste Renteninformation, die die Rentenkassen verschicken, ist auch eine Auflistung des bisherigen Versicherungsverlaufs angefügt. Die Rentenversicherer empfehlen, die entsprechenden Daten zu prüfen und gegebenenfalls beim Versicherungsträger Korrekturen anzumelden, etwa über Ausbildungszeiten oder Kindererziehungszeiten. Vor allem Mütter sollten hier rechtzeitig für Klarheit sorgen, empfiehlt der Rentenberater Thomas Büttner.

    "Wenn Kinderzeiten nicht beantragt werden und deswegen nicht mit berechnet werden, geht die Rentenberechnung komplett ins Leere." Thomas Büttner, Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

    Besserer Überblick geplant

    Die Renteninformation, die die Rentenkassen jedes Jahr als Brief verschickt, soll nach Plänen der Bundesregierung in den nächsten Jahren bald ergänzt werden. Bis Herbst 2023 soll ein Überblick über Ansprüche aus gesetzlicher Rente, Betriebsrenten und privater Altersvorsorge, etwa aus Riester-Rentenverträgen, online abrufbar sein. Selbst angespartes Vermögen oder Immobilien als Altersvorsorge werden in diese Übersicht aber nicht mit einbezogen.

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