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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Julian Stratenschulte

Der Deutsche Gewerkschaftsbund sieht Langzeitarbeitslose durch die Pandemie besonders von Armut gefährdet. Vorstandsmitglied Anja Piel hat sich deshalb im Interview der Woche für eine Ausweitung der Sonderregelung zum Arbeitslosengeld ausgesprochen.

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DGB fordert mehr Unterstützung für Langzeitarbeitslose

Der Deutsche Gewerkschaftsbund sieht Langzeitarbeitslose durch die Pandemie besonders von Armut gefährdet. Vorstandsmitglied Anja Piel hat sich deshalb im Interview der Woche für eine Ausweitung der Sonderregelung zum Arbeitslosengeld ausgesprochen.

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Von
  • Birgit Harprath

Arbeitslose sind in Zeiten von Corona gleich doppelt gestraft: Einerseits sehen die Job-Chancen in Deutschland angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage momentan schlecht aus. Andererseits belasten Ausgaben für Masken und Schnelltest den ohnehin schon klammen Geldbeutel stark. Im B5 Interview der Woche hat DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel deshalb die Bundesregierung zu mehr Unterstützung aufgefordert.

Abrutschen in Hartz IV droht

Wer länger als ein Jahr ohne Job ist, der gilt als langzeitarbeitslos. Die Zahl ist im Laufe der Pandemie wieder auf über eine Million gestiegen. Da Betriebe zurzeit kaum einstellen, drohen Betroffenen das Abrutschen ins Hartz-IV-System und entsprechend finanzielle Folgen – warnt DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel im BR.

Auch die Bundesagentur für Arbeit, die am Donnerstag den jüngsten Arbeitsmarktbericht vorgelegt hat, äußerte sich besorgt über diese Entwicklung. Mit einer Sonderregelung hatte die Regierung den Bezug von Arbeitslosengeld für diese Personengruppe um drei Monate verlängert. Das reiche aber nicht, so Piel. Sie fordert den Bund auf, die Maßnahme wie andere auch noch bis Ende des Jahres gelten zu lassen.

"Denn im Moment ist es so, dass im April für 82.000 Arbeitslose das Arbeitslosengeld endet, und das bedeutet für die den Abstieg in das Hartz-IV-System. Da ist eine soziale Schieflage programmiert." Anja Piel, stellvertretende Bundesvorsitzende des DGB

Piel: Befristungen ohne Sachgrund abschaffen

Außerdem macht sich der DGB zum 1. Mai erneut dafür stark, Befristungen ohne einen Sachgrund wie Krankheit oder Elternzeit abzuschaffen. Gerade bei Jüngeren führe die Regelung zur Unsicherheit über die persönliche Zukunft. Der Entwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil geht Anja Piel nicht weit genug.

"Da wollen wir als DGB natürlich nicht nur Quotierung und nicht nur Einschränkung, sondern wir wollen, dass das ganz wegfällt." Anja Piel, stellvertretende Bundesvorsitzende des DGB

Die gesetzliche Probezeit von sechs Monaten reiche aus, damit Betriebe neue Kräfte testen und auf eine schwache Auftragslage reagieren können, so die Gewerkschafterin.

1. Mai als traditioneller Großkampftag für Gewerkschaften

Das Thema Arbeitslosigkeit beschäftigt die Gewerkschaften auch in diesem Jahr an dem Tag der Arbeit. Kundgebungen wird es heute wegen Corona deutlich weniger geben – in Bayern sind es laut DGB nur etwa 30 Veranstaltungen zum 1. Mai.

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