BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Deutschland und Frankreich wollen gemeinsame Rüstungsprojekte | BR24

© BR

Vom oberbayerischen Manching aus soll heute ein starkes Signal für die europäische Zusammenarbeit ausgehen: Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat mit ihrer französischen Amtskollegin Parly den Airbus-Standort dort besucht.

6
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Deutschland und Frankreich wollen gemeinsame Rüstungsprojekte

In Manching betreibt Airbus ein Zentrum für militärische Flugsysteme. Der Eurofighter wird hier montiert und getestet. Jetzt soll ein neuer europäischer Kampfjet entwickelt werden. Erstmals waren zwei Verteidigungsministerinnen zu Gast im Werk.

6
Per Mail sharen

Deutschland und Frankreich wollen die Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Kampfflugzeuges und einer Eurodrohne vorantreiben. Das betonten Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihre französische Kollegin Florence Parly bei ihrem Besuch des Airbus-Werkes im oberbayerischen Manching. Gerade in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten sei es wichtig, zum Standort und zum Erhalt der Arbeitsplätze zu stehen, so Kramp-Karrenbauer.

Modernes Kampfflugzeug soll 2040 einsatzfähig sein

Bei dem neuen Kampfflugzeug, das in Manching entwickelt wird, geht es um ein ganzes Luftkampfsystem namens FCAS (Future Combat Air System). Es soll von 2040 an einsatzfähig sein. Das Rüstungsprojekt soll nicht nur einen modernen Kampfflieger entwickeln, sondern auch Drohnen und Satelliten steuern. Ein erster Prototyp des Kampfjets soll nach bisherigen Plänen 2026 fliegen. Der französische Flugzeugbauer Dassault ist gemeinsam mit Airbus bei dem Vorhaben federführend.

Stellenabbau von 5.000 bis 6.000 Arbeitsplätzen in Deutschland

Airbus hat im Juni einen Stellenabbau bis zu 6.000 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt. Am Standort Maching sollen 120 Arbeitsplätze wegfallen. "Weil wir diese Unvorhersehbarkeit im zivilen Bereich haben, ist es umso wichtiger, in der militärischen Sparte, wo es um Projekte geht, die nicht kurzfristig sind, sondern die langfristige Engagements für die Zukunft bedeuten, dass wir in diesen militärischen Projekten nicht nachlassen", so Bundes-Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer.

Eurodrohne als Vorzeigeprojekt

Beide Staaten arbeiten auch an einer sogenannten Eurodrohne. An diesem Projekt sind neben Deutschland und Frankreich außerdem noch Italien und Spanien beteiligt. Das unbemannte Aufklärungsobjekt hat eine Spannweite von 26 Metern und soll 2025 erstmals fliegen.

Grundsteinlegung einer Lufttransportstaffel im französischen Evreux

Zuvor hatten die beiden Ministerinnen in Evreux in der nordwestfranzösischen Region Normandie an einer Grundsteinlegung für die künftige deutsch-französischen Lufttransportstaffel teilgenommen. Die neue Einheit soll mit zehn Flugzeugen ausgestattet werden und ab 2021 betriebsbereit sein. 260 französische und deutsche Militärs würden in derselben Einheit im Dienst sein, so die französische Verteidigungsministerin Florence Parly.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!