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Deutsche Wirtschaft schrumpft | BR24

© BR, Felix Lincke

Konjunkturschätzung des Statistischen Bundesamtes für das 2.Quartal 2019

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Deutsche Wirtschaft schrumpft

Die deutsche Wirtschaft ist laut Statistischem Bundesamt im zweiten Quartal um 0,1 Prozent geschrumpft. Im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt noch um 0,4 Prozent gewachsen. Auch im laufenden Quartal gibt es bislang keine Aufwärtsbewegung.

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Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im zweiten Quartal zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, ging das Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juni um 0,1 Prozent zurück. Die deutsche Wirtschaft steht damit am Rand einer technischen Rezession, wenn nun auch noch das dritte Quartal negativ wird. Für eine echte Rezession müsste das Wachstum auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum ins Minus rutschen, und das ist noch nicht der Fall. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2018 besteht immer noch ein Wachstumspuffer von 0,4 Prozent.

EU optimistisch trotz Krisenherden

Die EU hofft im zweiten Halbjahr auf eine leichte Erholung und rechnet für das Gesamtjahr in Deutschland mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um etwa 0,5 Prozent. Es könnte aber auch anders kommen. Denn neben der Autokrise, die Deutschland besonders hart trifft, kämpft die Industrie mit einer hartnäckigen Exportschwäche wegen der Handelskonflikte. Und zum Jahresende könnte Großbritannien auf einen harten Brexit zusteuern.

Bau und Verbraucher als Hoffnungsträger

Im Inland haben Unternehmen aber ihre Investitionen trotzdem erhöht. Und auch die Konsumausgaben von Verbrauchern und Staat waren höher als im ersten Quartal. Die Bauwirtschaft und der Dienstleistungssektor suchen weiter Mitarbeiter. Das zeigt, dass der Aufschwung zumindest im Inland weitergeht.

Merkel will vorerst kein Konjunkturpaket

Deutschlands Konjunktur steht auf der Kippe, das bestätigen auch erste Experteneinschätzungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sah sich bereits veranlasst, die konjunkturelle Entwicklung zu kommentieren. Ein staatliches Konjunkturpaket sei momentan nicht notwendig. Man dürfe die Situation nun nicht schlecht reden, auch wenn etwa die Unsicherheiten in den internationalen Handelsbeziehungen für eine schwierigere Phase sorgten, sagte die Kanzlerin bereits gestern in Stralsund.

Eurozone wächst trotzdem

Die Eurozone ist im Frühjahr trotz einer leichten Schrumpfung in seiner größten Volkswirtschaft Deutschland etwas gewachsen. Im zweiten Quartal sei die Wirtschaftsleistung (BIP) um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen, teilte das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mit. Im ersten Quartal 2019 waren es allerdings noch 0,4 % gewesen.

© BR

Die weltweiten Handelskonflikte, die Unsicherheit über den Brexit und die Abkühlung der Konjunktur gehen auch an der deutschen Wirtschaft nicht mehr spurlos vorbei.

© BR, David Zajonz

Bundeswirtschaftsminister Altmaier zur Konjunkturlage