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Spitzengespräch der Deutschen Wirtschaft mit Merkel 2019
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Antonia Böhm
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Spitzengespräch der Deutschen Wirtschaft mit Merkel 2019

Die Sorgenliste der deutschen Wirtschaft ist lang. Handelskonflikte, die sich abschwächende Konjunktur, ein seit Jahren wachsender Fachkräftemangel und natürlich der Brexit.

"Ein ungeordneter Brexit ist nach wie vor etwas, das wir uns am liebsten nicht vorstellen wollen. Es wäre ein massiver Schaden für beide Seiten." Dieter Kempf, Industriepräsident

Brexit-Aufschub vergrößert andauernde Unsicherheit

Das gestrige Votum des britischen Unterhauses zum Brexit-Aufschub bezeichnet der Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), Eberhard Sasse deshalb auch als weitere Belastung für die exportorientierte bayerische Wirtschaft. „Die Sorgen werden durch die andauernde Unsicherheit noch größer“, meint Sasse.

BIHK-Umfrage: Fast die Hälfte der Betriebe verzichtet auf Brexit-Vorbereitungen

Laut einer aktuellen BIHK-Umfrage erwarten mittlerweile rund zwei Drittel der bayerischen Unternehmen Einbußen im Großbritanniengeschäft. Fast die Hälfte der Betriebe verzichtet derzeit ganz auf Brexit-Vorbereitungen, weil die Unsicherheit zu groß ist. „Für viele Unternehmen ist eine umfassende Vorbereitung nicht möglich oder mit hohen Kostenfür verschiedene Alternativszenarien verbunden“, so der BIHK-Präsident.

Dazu gehören etwa Ausgaben für Lagerräume, um Lieferschwierigkeiten im Falle eines "harten" Brexit vorzubeugen. Am meisten fürchten die bayerischen Unternehmen nach dem Brexit die Zollbürokratie sowie Geschäftseinbußen durch britische Zölle, die bayerische Produkte auf der Insel verteuern würden.

Arbeitgeberpräsident Kramer: Mehr Investitionen in die Zukunft nötig

Insgesamt müsse sich Europa weiter weltoffen zeigen, heißt es am Rande der Internationalen Handwerksmesse. So läuft das Spitzentreffen der Deutschen Wirtschaft mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auch unter dem Motto «Offene Märkte – Weltoffenes Land». Das gelte auch mit Blick auf den Handelsstreit zwischen den USA und China. Hier könne besonders Deutschland die eigenen Stärken ausspielen wie zum Beispiel bei der Digitalisierung der Industrie. Mehr Investitionen in die Zukunft fordert auch Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer.

"Das immer erwartete, nie endende Allzeithoch einer Konjunktur ist vorbei. Wir haben in ersten Bereichen wirtschaftliche Schwierigkeiten, auch durch internationale Verwicklungen und nun muss darauf reagiert werden." Ingo Kramer, Arbeitgeberpräsident

Das heißt aus Sicht der Wirtschaftsverbände politisch mehr zu tun in Bereichen wie Steuern, Bildung und Energieversorgung.