BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern
© dpa-Bildfunk/Monika Skolimowska
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Monika Skolimowska

2021 hat sich die deutsche Wirtschaft kräftig erholt. Aber das Vorkrisen-Niveau ist noch nicht wieder erreicht.

4
  • Artikel mit Video-Inhalten

Deutsche Wirtschaft erholt sich - aber nur langsam

Die deutsche Wirtschaft ist 2021 um 2,7 Prozent gewachsen. Das teilte das Statistische Bundesamt nach einer ersten Schätzung mit. Im Vorjahr war das Bruttoinlandsprodukt zu Beginn der Corona-Krise um 4,6 Prozent eingebrochen.

Von
Felix  LinckeFelix LinckePeter AlthammerPeter Althammer
4

Deutschlands Wirtschaft hat sich im vergangenen Jahr zwar von dem heftigen Corona-Einbruch erholt - konnte diesen Rückgang aber nicht wieder wettmachen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte 2021 um 2,7 Prozent zum Vorjahr zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Die wirtschaftliche Erholung dauert also noch an, das Vor-Corona-Niveau wurde auch 2021 nicht erreicht. 2,7 Prozent Wachstum, das ist etwas mehr als die Experten erwarteten, aber es reicht noch nicht, um den Einbruch von 2020 auszugleichen. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres ist die Wirtschaft abermals geschrumpft.

Andere EU-Länder schon stärker erholt

Andere EU- und Euroländer sind schon weiter und haben das Vorkrisenniveau längst erreicht. Die deutsche Wirtschaft hat besonders stark unter den globalen Lieferproblemen zu leiden und ist in hohem Maße von Exporten abhängig, vor allem von der Automobilindustrie.

Gestiegene Rohstoffpreise und die teure Energie machen nicht nur Verbrauchern zu schaffen sondern eben auch den Herstellern und dem Handwerk, zum Beispiel in der Bauwirtschaft. Die dritte und die vierte Corona-Welle belasteten auch viele Dienstleister wie Hotels und Gaststätten sowie den Tourismus.

Starkes Wachstum dank Biontech

Nach Berechnungen des Kiel Instituts für Weltwirtschaft hat sich die Wirtschaft im vergangenen Jahr vor allem aus dem Grund schwächer erholt als erwartet, weil die pandemiebedingten Belastungen im vierten Quartal stärker ausfielen als erwartet.

Andererseits hat sich der Erfolg eines Unternehmens, der Pharmafirma BioNTech, 2021 sehr stark auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum ausgewirkt. Wichtig für die Einordnung der Zahlen sei, dass in das amtliche Jahresergebnis zum BIP nun erstmals Lizenzeinnahmen des Impfstoffentwicklers Biontech eingeflossen sind, die zum Jahresende fällig wurden. Sie alleine dürften für rund 0,5 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung verantwortlich sein, so Dr. Nils Jannsen von der IfW Kiel: "Ohne die Lizenzzahlung hätte die Zuwachsrate entsprechend bei ca. 2,2 Prozent statt jetzt 2,7 Prozent gelegen. Dass ein einzelnes Unternehmen das BIP so stark anhebt, ist äußerst ungewöhnlich und dem Umstand geschuldet, dass es im Vergleichsjahr 2020 noch keine entsprechenden Lizenzeinnahmen gab."

Experten sind für 2022 zuversichtlich

Trotz einer Fülle von Schwierigkeiten hat die deutsche Wirtschaft 2021 insgesamt im Vergleich zu 2020 spürbar zugelegt. Experten erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt auch 2022 weiter wachsen wird. So könnte das Niveau von 2019, vor der Krise, in diesem Jahr wieder erreicht werden. Zuversicht herrscht vor allem wegen der vielen Aufträge für die Unternehmen, die zum großen Teil aus dem Ausland kommen.

© BR
Bildrechte: BR

Raus aus dem Corona-Krisenmodus: Diese Richtung gab Finanzminister Lindner heute im Bundestag vor. Vom Statistischen Bundesamt kamen positive Zahlen: Die deutsche Wirtschaft hat im zweiten Pandemie-Jahr wieder Tritt gefasst.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Sendung

BR24 Wirtschaft und Börse

Schlagwörter