Zurück zur Startseite
Wirtschaft
Zurück zur Startseite
Wirtschaft

Gewinn der Deutschen Post im Brief- und Paketgeschäft bricht ein | BR24

© WDR/Jörg Sauerwein

Das Geschäft mit Kurier-, Express- und Paketsendungen boomt. Seit Jahren steigt die Zahl der Sendungen. Doch damit auch die Kosten für die Zustellung an den Kunden. Bei der Deutschen Post hat sich das in der Bilanz niedergeschlagen.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Gewinn der Deutschen Post im Brief- und Paketgeschäft bricht ein

Das Geschäft mit Kurier-, Express- und Paketsendungen boomt. Seit Jahren steigt die Zahl der Sendungen - doch damit auch die Kosten für die Zustellung an den Kunden. Bei der Deutschen Post schlägt sich das nun in der Bilanz nieder.

Per Mail sharen
Teilen

Wenn der Paketbote klingelt, herrscht Freude über die bestellten Waren aus dem Internet. Doch nicht immer kommt das Paket pünktlich an, nicht alle Boten klingeln oder hinterlassen einen Abholschein. Die Suche nach den verschollenen Päckchen wird zum Spießroutenlauf. Die steigende Zahl der Beschwerden bei der Deutschen Post im Paket- und Briefgeschäft zeigt: Der Konzern steht unter Druck.

Paketgeschäft läuft so gut wie nie

Und das obwohl das Paketgeschäft vor allem wegen des Onlinehandels so gut wie nie läuft. Der Bundesverband für Paket- und Expresslogistik rechnet damit, dass allein in Deutschland im vergangenen Jahr mehr als 3,5 Milliarden Sendungen unterwegs waren. Mehr als fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Doch während der Umsatz steigt, steigen auch die Kosten. Vor allem für die Lieferung der Pakete zur Haustür – die sogenannte "letzte Meile". Dieser Abschnitt gilt als zeitintensiv und teuer. Die Deutsche Post musste deshalb im abgelaufenen Jahr einen Gewinneinbruch im Paket- und Briefgeschäft verkraften.

Kosten für Paketauslieferung verhagelt das Bilanzergebnis

Der operative Gewinn brach im vergangenen Jahr um mehr als 15 Prozent auf 3,16 Milliarden Euro ein, erfüllte damit aber die Erwartungen. Den Umsatz konnte der Konzern um knapp zwei Prozent steigern. Hinzu kamen Belastungen durch Steuern und Sanierungskosten im Brief- und Paketgeschäft.

Unter anderem schickt die Deutsche Post Beamte vorzeitig in Rente. Der Umbau der Sparte soll einige Monate dauern bis sich die Fortschritte in den Zahlen niederschlagen, verspricht Konzernchef Frank Appel den Aktionären.

"2019 werden wir einen großen Schritt nach vorne machen und im deutschen Brief- und Paketgeschäft deutlich besser aufgestellt sein." Frank Appel, Post-Chef

Deutsche Post will Haustürlieferung nicht teurer machen

Den Kunden stellt Appel in Aussicht, dass künftig keine Mehrkosten für die Paketzustellung auf der letzten Meile auf sie zukommen.

"Wir glauben nicht, dass wir eine Extragebühr für die letzte Meile von unseren Kunden erheben müssen." Frank Appel, Post-Chef

Damit will sich die Deutsche Post DHL von der Konkurrenz abheben. Unter anderem rechnen die Logistikdienstleister DPD, Hermes und GLS damit, dass Haustürbestellungen künftig standardmäßig teurer sind als Lieferungen an Paketshops oder Paketstationen. Teilweise haben die Firmen bereits in Verträgen mit Online-Händlern Preisunterschiede festgeschrieben.

Hermes verweist auf Schweden, wo die Haustürzustellung schon lange extra kostet. Die Post-Konkurrenten bieten derzeit Rabatte für Online-Händler, wenn deren Kunden zu Paketshops und Paketstationen kommen, um ihre Sendungen dort abzuholen.

Briefporto soll im Sommer steigen

Anders sieht es im Briefgeschäft aus, dass deutlich nachgelassen hat. Zwar hatte die Deutsche Post eine geplante Portoerhöhung zunächst auf Eis gelegt. Vom Tisch sei sie aber nicht, hieß es nun. Noch im Sommer dieses Jahres könnte sie von der Bundesnetzagentur genehmigt werden und sogar über den bislang diskutierten 80 Cent für einen Standardbrief liegen.

Um das Ruder im kostenintensiven Brief- und Paketgeschäft herumzureißen, holt sich Appel, der seit Mitte vergangenen Jahres den Brief- und Paketbereich selbst leitet, Unterstützung. Ab April wird der ehemalige Unternehmensberater Tobias Meyer Chef des Ressorts Post & Paket Deutschland. Zuletzt hatte er dort als Leiter für Betrieb & IT gearbeitet.

2020 will die Post ein Rekordergebnis erzielen

Trotz der Probleme im Paket- und Briefgeschäft blickt Post-Chef Appel optimistisch in die Zukunft. Im Jahr 2020 soll der operative Gewinn die fünf Milliardenmarke knacken. An der Dividende ändert sich zunächst nichts, sie bleibt laut Konzern stabil bei 1,15 Euro pro Aktie.