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Deutsche Exporteure bekommen Handelskonflikte zu spüren | BR24

© BR/Felix Lincke

Die internationalen Handelskonflikte hinterlassen ihre Spuren. Im April gingen die Exporte im Vorjahresvergleich um 0,5 Prozent zurück, verglichen mit März betrug das Minus 3,7 Prozent. Die Skepsis der Unternehmen wächst.

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Deutsche Exporteure bekommen Handelskonflikte zu spüren

Die internationalen Handelskonflikte hinterlassen ihre Spuren. Im April gingen die Exporte im Vorjahresvergleich um 0,5 Prozent zurück, verglichen mit März betrug das Minus 3,7 Prozent. Die Skepsis der Unternehmen wächst.

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Mit dem zweiten Quartal droht das Exportwachstum sich deutlich abzuschwächen. Wenn man die ersten vier Monate bis einschließlich April zusammenzählt, ergibt sich nur noch ein Plus von 1,8 Prozent bei den Ausfuhren. Schuld daran ist vor allem der Einbruch im April. Auch die Importe sind zurückgegangen, so dass die Überschüsse im Außenhandel und in der Leistungsbilanz trotzdem hoch blieben.

"Die Auswirkungen der globalen Unruhe – nicht nur in der Politik allgemein, aber vor allem in der Handelspolitik – bekommen wir nun zu spüren." Holger Bingmann, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA

Ein Lichtblick sind dem BGA zufolge die auf Jahressicht um vier Prozent gestiegenen Exporte in Länder außerhalb der EU. Besonders hervorzuheben seien hier die Ausfuhren in afrikanische Länder, so Bingmann.

Rückläufige Industrieproduktion bedroht Arbeitsplätze

Für die Industrieproduktion hat das Statistische Bundesamt einen Rückgang um 1,9 Prozent von März auf April festgestellt, und zwar preis-, saison- und kalenderbereinigt. Zum Vorjahr war die Produktion fast genauso schwach ausgefallen, was für die Industriebetriebe eine schlechtere Auslastung und weniger Beschäftigung bedeutet. Damit dürfte in diesem Bereich auch die Nachfrage nach Arbeitskräften zurückgehen.

Exporterwartung auf niedrigstem Stand seit zehn Jahren

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK rechnet mittlerweile nur noch mit einem Anstieg der Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen um 1,2 Prozent in diesem Jahr. Im Februar war der Wirtschaftsverband noch von 2,0 Prozent ausgegangen. Die Exporterwartungen der Unternehmen sind laut der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage inzwischen auf dem niedrigsten Stand seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise vor rund zehn Jahren.

"Eine langsamere Weltwirtschaft und um sich greifende Handelsstreitigkeiten treffen die deutschen Unternehmen mittlerweile hart." Volker Treier, Außenwirtschaftschef DIHK

Mit dem ungelösten Handelskonflikt zwischen den USA und China oder der Unsicherheit beim Brexit würden wichtige Exportmärkte für die deutsche Wirtschaft in Frage gestellt, so Treier.