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Deutsche Exporte knicken ein | BR24

© MEV/Claude Alberth

Deutscher Außenhandel startet schwach in den Herbst

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    Deutsche Exporte knicken ein

    Die Exporte, die als Gradmesser für die Stärke der deutschen Wirtschaft gelten, sind im August deutlicher zurückgegangen als ohnehin schon befürchtet. Im Vergleich zum Vorjahr betrug das Minus fast vier Prozent.

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    Die weltweite Konjunkturflaute, die Zollkonflikte mit den USA und die Hängepartie um den Brexit haben die deutsche Exportwirtschaft in eine schwierige Lage gebracht. Im Vergleich zum August 2018 wurden 3,9 Prozent weniger Waren ausgeführt. Auch bei den Importen gab es im Jahresvergleich ein Minus von 3,1 Prozent.

    Noch bleibt ein Handelsüberschuss

    Dennoch wurden im August immer noch Waren im Wert von mehr als einhundert Milliarden Euro ausgeführt, während der Wert der Importe mit 85 Milliarden Euro deutlich darunter lag. Daraus ergibt sich trotz aller Schwierigkeiten immer noch ein satter Handelsüberschuss von 18,1 Milliarden Euro und somit ein positiver Beitrag der Exporte zum Wirtschaftswachstum.

    Der Außenhandelsverband BGA hält für das Gesamtjahr immer noch ein leichtes Plus für möglich. Dass jedoch im August zugleich die Importe rückläufig waren, ist kein gutes Zeichen. Es deutet darauf hin, dass auch im Inland die Nachfrage nach eingeführten Gütern nicht mehr so hoch ist.

    Außenhandel in Milliarden Euro:

    © Statistisches Bundesamt (Destatis)

    Außenhandelsbilanz Deutschland

    Negative Zahlen im Handel mit der EU und dem Rest der Welt

    Innerhalb der EU ist der deutsche Export im Vergleichszeitraum um 3,3 Prozent zurückgegangen. Die Importe aus der EU sanken um 2,7 Prozent. Noch deutlicher fällt das Minus beim Handel mit Ländern außerhalb der Europäischen Union, den sogenannten Drittländern, aus. Zu ihnen gehören sowohl die USA wie auch China, zwei der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. In Drittländer wurde um 4,8 Prozent weniger exportiert. Die Einfuhren aus diesen Ländern gingen um 3,6 Prozent zurück.

    "Das Strafzoll-Ping-Pong, das wir derzeit nach den WTO-Entscheidungen zu Airbus und Boeing erleben, erschwert zusätzlich und unnötig das Leben. Aber auch der Brexit lähmt durch die weiterhin ungeklärten Konditionen die Wirtschaft." Holger Bingmann, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA)

    Deutschland am Rande einer Rezession

    Experten erwarten auch im gesamten dritten Quartal 2019 (Juli-September) kein Wirtschaftswachstum und sehen Deutschland weiterhin am Rande einer Rezession. Damit es dazu nicht kommt, darf die Industrie nicht weiter abrutschen.