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Die Zentralen von Deutsche Bank (links) und Commerzbank (hinten rechts) in Frankfurt am Main (Archivbild)
© dpa/Arne Dedert
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Die Zentralen von Deutsche Bank (links) und Commerzbank (hinten rechts) in Frankfurt am Main (Archivbild)

Monatelang brodelte die Gerüchteküche: Die beiden größten deutschen Banken, Deutsche Bank und Commerzbank, könnten fusionieren. Nun haben beide Institute in Frankfurt am Main offiziell bestätigt, dass sie Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss aufnehmen.

Beide Banken erklärten, die Gespräche seien ergebnisoffen. Die Deutsche Bank teilte zudem mit, es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine Gewähr, dass es zu einer Transaktion komme.

Bundesfinanzministerium steht hinter möglicher Fusion

Seit Monaten wurde über eine Fusion der beiden Institute spekuliert. Immer wieder bekräftigten Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Staatssekretär, der ehemalige Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies: "Deutschland brauche starke Banken. Die Bundesregierung stehe "wirtschaftlich sinnvollen Optionen offen gegenüber".

Jörg Kukies traf sich offiziellen Angaben zufolge im vergangenen Jahr fast zwei Dutzend Mal mit führenden Vertretern der Deutschen Bank. Bei der Commerzbank hat der Bund über seine Aktienbeteiligung von gut 15 Prozent, die er seit der Finanzkrise hält, Mitspracherecht.

Fusion idealerweise vor Europawahl Ende Mai

Medienberichten zufolge sollen Scholz und Kukies die Bankchefs Christian Sewing (Deutsche Bank) und Martin Zielke (Commerzbank) gedrängt haben, ein Zusammengehen zu prüfen - idealerweise vor der Europawahl Ende Mai.

Die Sorge der Politik: Europas größter Volkswirtschaft fehlt eine schlagkräftige internationale Großbank. Während die US-Konkurrenz längst wieder bestens verdient, dümpeln Deutschlands Großbanken zehn Jahre nach der Finanzkrise vor sich hin.

Hart umkämpftes Bankgeschäft

Der deutsche Bankenmarkt ist traditionell hart umkämpft, die niedrigen Zinsen im Euroraum und hohe Regulierungskosten erschweren der Branche das Geldverdienen zusätzlich. Dazu kamen hausgemachte Probleme wie teure juristische Altlasten bei der Deutschen Bank.

Nach drei Verlustjahren in Folge hat Deutschlands größtes Geldhaus 2018 mit 341 Millionen Euro Überschuss gerade erst die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Von glänzenden Milliardengewinnen der Vergangenheit ist die Deutsche Bank allerdings meilenweit entfernt - ebenso wie der Aktienkurs von einstigen Höchstständen.

Gewinne bei Deutscher Bank und Commerzbank

Die Commerzbank hat im vergangenen Jahr zwar etwa zweieinhalb Mal so viel verdient wie die Deutsche Bank (865 Mio Euro), sieht sich bei ihrem Konzernumbau inklusive Stellenabbau aber auch noch nicht am Ziel. Das Institut stieg im Herbst angesichts eines ebenfalls kräftig gestutzten Börsenwertes sogar vom Dax in den MDax ab.

Uneinigkeit unter Experten zur Fusion

Ob ein Zusammenschluss der beiden Häuser die Lösung der Probleme wäre, ist unter Experten umstritten. Bezweifelt wird vor allem, dass aus der angeschlagenen Deutschen Bank und der im Umbau befindlichen Commerzbank der "nationale Champion" mit deutlich mehr Gewicht auf der internationalen Bühne entstünde, den die Politik sich wünscht.

Tausende Jobs stünden auf der Kippe

Zweifelsohne könnten in einer größeren Einheit auf Dauer die Kosten gesenkt werden. Das Megathema Digitalisierung könnten die Institute mit vereinten Kräften vorantreiben. Allerdings stünden wohl Tausende Jobs auf der Kippe, an den Zentralen und Filialen würde eine Fusion sicher nicht spurlos vorübergehen.