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Deutsche-Bank-Prozess zieht sich | BR24

© pa / dpa / Tobias Hase

Verlegerin Friede Springer wurde als Zeugin gehört

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    Deutsche-Bank-Prozess zieht sich

    Neben Friede Springer hat heute auch Springer-Chef Mathias Döpfner in München ausgesagt. Angeklagt sind der Co-Chef der Deutschen Bank und einige frühere Top-Manager des Geldhauses. Von Gabriel Wirth

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    Der Auftritt von Friede Springer dürfte der Münchner Staatsanwaltschaft nichts gebracht haben, er hatte aber immhin einen gewissen Unterhaltungswert. Im lilafarbenen Kostüm mit einem Rechtsbeistand bestätigte Deutschlands bekannteste Verlegerin noch einmal, dass sie zwar geschäftliche Beziehungen zur Deutschen Bank und zum mittlerweile verstorbenen Medienmanager Leo Kirch hatte; sie kannte aber keine Details. Kirch habe nie mit ihr über sein Verhältnis zur Deutschen Bank gesprochen, fügte sie hinzu. Recht schnell nach rund einer Viertelstunde war ihr Auftritt vor dem Münchner Landgericht dann auch schon wieder vorbei. 

    Zeugen wissen wenig

    Auch der Springer Chef Mathias Döpfner trug als zweiter prominenter Zeuge heute zum Verfahren wenig bei. Die Staatsanwaltschaft hält derweil an dem Vorwurf des versuchten Prozessbetruges fest. Mit einem neuen 90-seitigen Beweisantrag will sie belegen, dass der Co-Chef der Deutschen Bank Jürgen Fitschen sowie seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer mit abgesprochenen Aussagen das Oberlandesgericht beim Schadensersatzprozess der Kirch-Erben getäuscht haben. Das bestreiten die Angeklagten. 

    Nach der Auffassung eines Anwalts der Angeklagten sei der neue Antrag kein Beweisantrag, sondern schon ein Plädoyer. Ackermann meinte gar in einer Verhandlungspause zu einer Journalistin, er schäme sich für die "Rechtsstaatlichkeit Deutschlands".