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Wirtschaft

Deutsche Bahn rechnet mit Rekordverlust | BR24

© Bayerischer Rundfunk 2020

Die Corona-Krise hat auch die Deutsche Bahn in die roten Zahlen gebracht und bereits zum Halbjahr für den größten Verlust ihrer Geschichte gesorgt. Wie die Bahn mitteilte, beläuft sich das Minus nach Steuern auf 3,7 Milliarden Euro.

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Deutsche Bahn rechnet mit Rekordverlust

Die Corona-Pandemie hat die Deutsche Bahn (DB) laut Konzernchef Richard Lutz "in die schlimmste finanzielle Krise seit ihrem Bestehen gestürzt". Im ersten Halbjahr verbuchte die Bahn 3,7 Milliarden Euro Nettoverlust.

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Die Fahrgastzahl bei der Deutschen Bahn sank um 37 Prozent auf knapp 663 Millionen Reisende, der Umsatz ging um knapp zwölf Prozent auf 19,4 Milliarden Euro zurück. Auch der Schienengüterverkehr ging insgesamt um 13 Prozent zurück.

Bis zu 10 Milliarden Euro fehlen

Die Bahn erwartet nach eigenen Angaben eine pandemiebedingte Finanzierungslücke in Höhe von acht bis zehn Milliarden. DB-Finanzvorstand Levin Holle bezifferte den für das Gesamtjahr erwarteten Umsatz am Donnerstag auf etwa 38,5 Milliarden Euro und erwartet erhebliche Belastungen noch "im nächsten Jahr und auch darüber hinaus". Im Vorjahreszeitraum hatte die Bahn noch einen Gewinn in Höhe von 205 Millionen Euro gemacht. Die weltweite Infektionswelle habe Umsatz und Ergebnis einbrechen lassen; hinzu kam auch eine Sonderabschreibung auf die Auslandstochter Arriva von 1,4 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte.

Einsparungen und Wachstumsoffensive mit Staatsgeld

Bahnchef Lutz betonte mit Blick auf die angekündigte Kapitalerhöhung des Bundes, sein Konzern wolle bis 2022 mindestens vier Milliarden Euro selbst einsparen.

Die zusätzlichen Staatsgelder sollen die Rekordinvestitionen der Bahn sichern: Im ersten Halbjahr wurden laut Lutz netto 2,8 Milliarden Euro investiert, das sei der höchste Halbjahreswert in der DB-Geschichte. Außerdem stellte der Konzern nach eigenen Angaben von Januar bis Juni rund 19.000 Mitarbeiter ein. Die Wachstumsoffensive werde sich vorerst aber noch nicht positiv auf die wirtschaftliche Lage der Bahn auswirken.

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