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Deutsche Bahn : Jeder vierte Fernzug ist zu spät | BR24

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ICE 4 der Deutschen Bahn

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    Deutsche Bahn : Jeder vierte Fernzug ist zu spät

    Das Ziel von Bahnchef Lutz war ehrgeizig: 82 Prozent der Fernzüge sollten pünktlich sein. Die Bilanz, die er jetzt zieht, ist ernüchternd. Nur knapp drei Viertel der Züge erreichten 2018 ihre Ziele nach Plan.

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    Die Fahrgäste der Deutschen Bahn mussten 2018 häufiger auf unpünktliche Bahnen warten. Jeder vierte Fernzug der Deutschen Bahn hat sich im vergangenen Jahr verspätet. Im Jahresdurchschnitt erreichten 74,9 Prozent der ICE, Intercitys und Eurocitys ihre Ziele pünktlich, wie die Bahn der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage mitteilte. Der Nahverkehr einschließlich der S-Bahnen landete demnach bei 94,0 Prozent. Für alle Züge ergab sich ein Jahreswert von 93,5 Prozent.

    Ziel deutlich verfehlt

    Damit verfehlte der Verkehrskonzern sein zu Jahresanfang angestrebtes Ziel von 82 Prozent deutlich. Dieses Ziel hatte Bahnchef Richard Lutz bereits im Juli aufgegeben. Zugleich hatte er von einer Trendwende im zweiten Halbjahr gesprochen, die aber nicht eintrat. Im Vergleich zum Vorjahr (78,5 Prozent) sank die Jahrespünktlichkeit um 3,6 Prozentpunkte. Nach den schwachen Vormonaten steigerte die Bahn ihre Leistung im Dezember 2018 immerhin wieder: 76,9 Prozent der Fernzüge kamen pünktlich an, 6,5 Punkte mehr als im November. Das war der beste Wert seit Februar. Insgesamt liegt die Pünktlichkeit im Fernverkehr auf dem niedrigsten Wert seit 2015. Die beste Quote der vergangenen zehn Jahre lag 2009 bei 81,2 Prozent. Am schlechtesten lief es im Jahr 2010 mit 72,4 Prozent. Die Bahn wertet ihre Züge bis zu einer Verspätung von weniger als sechs Minuten als pünktlich.

    Schuld sind Wetter und Technik

    Zu den Gründen für die hohe Verspätungsquote machte die Bahn in ihrer Jahresbilanz keine Angaben. Im Laufe des Jahres hatte sie aber viele Störungen an der Infrastruktur und den Fahrzeugen als Ursachen genannt, vor allem in der langen Hitzeperiode im Sommer. Hinzu kamen Stürme, Schnee und Eis sowie Sonderereignisse wie ein Großbrand bei Kassel, ein Feuer bei Siegburg oder der bundesweite Warnstreik im Dezember. Die Bahn gab aber auch tief gehende hausinterne Probleme zu: Dazu gehören Engpässe auf dem Schienennetz und Personalmangel. Um Pünktlichkeit und Servicequalität in den Griff zu bekommen, setzte Lutz ein Programm "für eine bessere Bahn" auf, das er im November dem Aufsichtsrat vorstellte.

    Am 15. Januar soll Lutz das Maßnahmenpaket Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bei einem Treffen erläutern. Dieser hatte zum Jahreswechsel gesagt, er wolle "hören, wie wir zügig zu merklichen Verbesserungen früh in 2019 kommen". Erforderlich seien erhebliche Investitionen in digitale Stellwerks- und Steuerungstechnik. Außerdem müsse es ein besseres Management bei den Wartungen geben, damit die ICE, aber auch Güterwaggons schneller wieder fehlerlos in den Betrieb kämen.